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AF-S VR Micro Nikkor 105mm 1:2.8 G IF-ED vs. Tokina AT-X PRO D 100mm 1:2.8 Macro
1. Produktbeschreibung & Anwendungsbereich
Mit einem Makro-Objektiv erreicht man einen relativ großen Abbildungsmaßstab bis 1:1, d.h. das Objekt wird auf dem Sensor in Originalgröße abgebildet.
2. Hersteller & Produktionsland
- Tokina: Japan
- Nikkor: China
3. Kaufdatum & Neupreis
- Tokina: 400,-€
- Nikkor: 800,-€
4. Technische Daten
Gewicht in g | Maße in cm | Aufbau | Bildwinkel in Grad | Naheinstellgrenze in cm | Abbildungsmaßstab | Filtergewinde in mm | |
Tokina | 540 | 7,3 x 9,5 | 9 Linsen in 8 Gruppen | 24 | 30 | 1 : 1 | 55 |
Nikkor | 750 | 8,3 x 11,6 | 14 Linsen in 12 Gruppen | 23 | 31,4 | 1 : 1 | 62 |
5. Praxis
Nachdem ich mit dem Tokina AT-X PRO D 100mm 1:2.8 Macro gut 1 Jahr Erfahrung gesammelt und mich immer wieder über dessen Nachteile aufgeregt habe (langsamer, lauter und vor allem ungenauer Aussen-Fokus), bin ich zum doppelt so teuren AF-S VR Micro Nikkor 105mm 1:2.8 G IF-ED gewechselt. Diesen Entschluss habe ich nie bereut und möchte hier anhand zweier einfacher Motive den wichtigsten Unterschied verdeutlichen: die Schärfe. Dazu habe ich beide Objektive an der Nikon D800 (identische Kameraeinstellungen) mit Stativ und Fernauslöser ca. 50cm über eine Geldmünze und einem Birkenblatt arretiert.
Motiv 2-Euro-Münze, rechts Nikkor, links Tokina
Motiv Birkenblatt, wieder links Nikkor, rechts Tokina
6. Positives
- Tokina: relativ günstig und dennoch hochwertig verarbeitet
- Nikkor: schneller Autofokus, sehr hochwertige Haptik
7. Negatives
- Tokina: schlechter Autofocus, kein Bildstabilisator, billig arretierbare Blende, vergleichsweise matschig/unscharf
- Nikkor: hoher Preis
8. Fazit
Innerhalb eines Jahres habe ich viele schöne Aufnahmen mit dem Tokina gemacht, in einem ähnlichen Zeitraum wurden es mit dem Nikkor jedoch wesentlich mehr und vor allem noch bessere. Es ist festzustellen, dass das Nikkor bei gleicher Kameraeinstellung zwar einen Hauch weniger lichtstark aber dafür um einiges schärfer als das Tokina ist. Scheut man den hohen Neupreis, macht selbst ein gebrauchtes Nikkor mehr Sinn, als ein neues Tokina. Denn das Nikkor ist aufgrund des präzisen und schnellen Autofokus auch wesentlich vielseitiger einsetzbar, während man bei Landschafts- oder beweglichen Motiven mit dem Tokina regelmäßig die Nerven verliert. Das Tokina taugt allemal für manuelle Fokussierung, aber selbst für diese Anwendung gäbe es geeigneter (ältere) Linsen. Der höhere Preis und das deutliche Mehrgewicht des Nikkor rechtfertig auch dessen sämtliche Vorteile.