Savotta (Grenzjäger) vs. Tasmanian Tiger (Raid & Field Pack)


Autor: Dominik

Rucksack-Vergleich (Review): Savotta Grenzjäger (Jääkäri L) vs. Tasmanian Tiger Raid Pack MK III vs. Tasmanian Tiger Field Pack MK II

1. Produkt

Militär-Rucksäcke für ausgiebige Tagestouren mit viel Gepäck bis zu Mehrtagestouren.

2. Unternehmen

  • Finn-Savotta Oy, Made in Finnland
  • Tatonka GmbH, Made in Vietnam

3. Kauf

  • 01/2020: Savotta Grenzjäger 297,-€ (UVP: 339,-€)
  • 02/2020: Tasmanian Tiger Raid Pack MK III 220€ (UVP 260€)
  • 03/2020: Tasmanian Tiger Field Pack MK II 220,-€ (UVP 270€)

4. Spezifikationen

Savotta GrenzjägerTT Raid Pack MK IIITT Field Pack MK II
Außenmaße 60-80 x 31 x 22 cm 65 x 32 x 24 cm 73 x 32 x 21 cm
Volumen 40 – 60 Liter 52 Liter75 Liter
Gewicht2,49 kg (Herstellerangabe 2,38 kg) 2,9 kg2,69 kg (Herstellerangabe 2,65 kg)
Material1000D Cordura PUR beschichtet 700D Codura 700D Codura
SchnallenITW NexusWoojin Plastic Woojin Plastic
FarbeGreen (& Black, Camo M05)Olive (& Black, Coyote brown) Olive (& Black, Coyote brown)

5. Praxis

Bei hochwertigen Militärrucksäcken kommt man an den Marken Savotta und Tasmanian Tiger nicht vorbei, hier eine Auswahl zu treffen, fällt oft nicht leicht. Im 50-Liter-Bereich (lange Tagestouren oder Wochenendausflüge) vergleicht man gern den Savotta Grenzjäger mit dem Tasmanian Tiger Raid Pack. Vom Volumen sind beide Rucksäcke ähnlich, vom Aufbau jedoch nicht; dem Savotta mehr entspricht diesbezüglich das Tasmanian Tiger Field Pack. Daher habe ich den Savotta Grenzjäger sowohl mit dem TT Raid Pack MK III, als auch dem TT Field Pack MK II verglichen. All diese Rucksäcke stammen aus meiner privaten Rucksacksammlung und zu jedem gibt es natürlich auch ein detailliertes Einzel-Review inklusive ausführlichem Video. Dieser Beitrag hier ist also kein typisches Review, sonder ein Produktvergleich.

Savotta Grenzjäger vs. Tasmanian Tiger Raid Pack MK III

Gemeinsam haben diesen beiden Rucksäcke tatsächlich sehr wenig, und dennoch sind sie sich relativ ähnlich. Klingt gegensätzlich, wer sie jedoch kennt, könnte zu selbigem Fazit kommen. Tatsächlich ist die einzige Gemeinsamkeit der jeweils abnehmbare Hüftgurt, womit man sie im militärischen Einsatz auch mit Körperpanzerung tragen kann. Im zivilen Bereich, wo diese Funktion zu vernachlässigen ist, überwiegen die Unterschiede.

Beide Tragesysteme sind gut bis sehr gut. Größere Lasten lassen sich jedoch komfortabler mit dem Savotta tragen. Im Gegensatz zum relativ festen und deutlich kürzeren Hüftgurt des Raid Pack, sitzt der des Grenzjäger einfach besser; auch die Rückenplatte erfüllt einen größeren Nutzen. Zudem lässt sich der Gurt besser einstellen, die Schnalle leichter öffnen und schließen. Gleiches gilt für die breiteren und anatomisch besseren Schultertrageriemen, welche wirklich hervorragend aufliegen. Leider jedoch ist dieses Rückentragesystem im Gegensatz zum Raid Pack nicht verstellbar, d.h. der Grenzjäger passt oder er passt nicht. Besonders kleinen oder sehr großen Menschen wird er vermtlich weniger passen, er ist mehr auf den Durchschnitt ausgelegt.

Der Deckel des Raid Pack besitzt Innen- und Außenfach, der Grenzjäger nur ein Innenfach. Unter beide Rucksäcke kann man an den umlaufenden Gurten eine lange Isomatte drunter schnallen, am Savotta an zusätzlichen PALS-Schlaufen auch noch weitere Ausrüstung anbringen.

Größter Unterschied, welcher oftmals den Kauf entscheidet, sind die festen Seitentaschen am Tasmanian Tiger im Gegensatz zur optionalen Erweiterbarkeit des Savotta. Entweder man mag oder benötigt diese Taschen des Raid Pack oder sie stören einen und man möchte den Platz wie beim Savotta lieber selbst modellieren; hier sind die Geschmäcker und Einsatzzwecke recht unterschiedlich, persönlich mag ich beides.

Man sieht, die Entscheidung für einen der beiden, fällt oft nicht leicht. Jeder hat Vorteile, die der andere nicht besitzt, genau so verhält es sich aber auch mit den Nachteilen. Unter´m Strich bekommt man in und an den Savotta einfach mehr unter, die Ladung im Tasmanian Tiger besser organisiert.

Savotta Grenzjäger vs. Tasmanian Tiger Field Pack MK II

Vom Aufbau ähnlicher als die beiden vorherigen Modelle sind sich der Grenzjäger mit dem Field Pack. Beide haben keine zusätzlichen bzw. aufgesetzten Seitentaschen, beide sind extrem modular erweiterbar.

Beim Tragesystem punktet bezüglich des Komforts auch hier der Grenzjäger, wobei man aber auch deutlich sagen muss, dass das des Field Pack keinesfalls schlecht ist. Jammern auf hohem Niveau könnte man sagen. Klarer Unterschied aber auch hier: der Tasmanian Tiger ist individuell an die Körpergröße anpassbar, der Savotta nicht. Dafür sind die oberen Lageverstellriemen beim Grenzjäger länger und damit besser zu erreichen als beim Tasmanian Tiger. Mit dem Hüftgurt verhält es sich genau wie beim oberen Vergleich.

Beim Deckel punktet auch hier der Tasmanian Tiger mit seinem riesigen Außenfach mit umlaufendem Reißverschluss, hier passt zum Beispiel ganz bequem eine Jacke hinein. Zudem passt der Deckel des Tasmanian Tiger auch deutlich besser zum Rucksack bzw. deckt dessen Inhalt besser ab, als die scheinbar zu schmal geratene Haube des Savotta. Allerdings etwas unüblich für einen großen Rucksack ist das Fehlen sämtlicher Schlaufen und Bänder am Boden des Field Pack, während man beim Grenzjäger auch Ausrüstung unter den Rucksack schnallen kann. Mich persönlich stört dies nicht allzusehr, da ich großen Wert darauf lege, alles möglichst sicher im Rucksack zu verstauen, zudem nutze ich für Mehrtagestouren keine breite Schaumstoffmatte sondern eine selbstaufblasende Luft- Schaumstoffmatte.

Der Tasmanian Tiger besitzt an den Seiten noch mehr PALS-Webbing, was allerdings auch daran liegt, dass er einfach größer ist; hier gehen ca. 20 Liter mehr hinein. Packt man beide voll, ist das Field Pack auch besser zu handhaben, denn statt einem labbrig hängenden Griff beim Grenzjäger besitzt es je vorn und hinten einen deutlich besser greifbaren, weil steifen Griff.

Die Entscheidung zwischen beiden fällt hier womöglich etwas leichter, denn für Mehrtagestouren bzw. für mehr Gepäck ist das Field Pack dem Grenzjäger einfach überlegen, auch wenn sich der Savotta mit mittleren Lasten etwas komfortabler tragen lässt.

6. Positives

Savotta GrenzjägerTT Raid PackTT Field Pack
extrem robust robust robust
individualisierbar und volumenvariabel von 40 bis 60 Liter praktische Aufteilung durch zusätzliche Taschen hohe Modularität durch sehr viel PALS-Schlaufen
sehr komfortables Tragesystem (speziell Schulter- und Beckengurte) ausreichend komfortabel ausreichend komfortabel

7. Negatives

Savotta GrenzjägerTT Raid PackTT Field Pack
Tragesystem nicht höhenverstellbar unkomfortabel einstellbarer Hüftgurt unkomfortabel einstellbarer Hüftgurt
Deckel fällt bei voller Bepackung zu schmal aus untere und obere Seitentaschen korrelieren miteinandergerade starre (nicht anatomisch geformte) Hüftflossen

8. Fazit

Der Vorteil des Savotta Grenzjäger ist sein guter Tragekomfort und die Volumenrariabilität, wer darauf Wert legt. Benötigt man diese Variabilität nicht, stört sie einen sogar in der Nutzung, oder passt der Grenzjäger einfach nicht zur Körpergröße, überwiegen die Vorteile der ebenso gut verarbeiteten, preiswerteren und ausreichend robusten Tasmanian Tiger Rucksäcke. Oder anders gesagt, möchte man statt zwei verschiedenen Rucksackgrößen für großen Tagesausflug und Trekkingtour nur einen mit einer gewissen Variabilität und den daraus resultierenden Kompromiss nutzen, entscheidet man sich für den Savotta Grenzjäger. Fakt ist, alle drei sind sehr hochwertige Rucksäcke und jeder für sich punktet mit einzigartigen Vorteilen. Mein ganz persönlicher Mehrtages- und Trekking-Favorit ist das Tasmanian Tiger Field Pack MK II, für Tagesausflüge sind mir alle drei deutlich zu groß.

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