Autor: Dominik
Vorstellung meines hochwertigen Kochgeschirrs aus schwarz emailliertem Gusseisen, der WMF Bistro-Serie, bestehend aus Töpfen, Brätern, Pfannen und Auflaufformen.
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1. Produkt
Qualitativ hochwertige und schwere Kochgeschirr-Serie aus emailliertem Gusseisen
2. Unternehmen
- WMF Retail GmbH (Württembergische Metallwarenfabrik, seit 1853), WMF Platz 1, 73312 Geißlingen an der Stiege, Deutschland
- gehört seit 2016 zur französischen Groupe SEB
- Made in Germany
3. Kauf
- verschieden (schon älter)
- Gebrauchtpreise je nach Ausführung zwischen 30,- und 80,-€, im Durchschnitt ca. 50,-€
4. Spezifikationen
Alle Angaben habe ich selbst ermittelt. Die Handelsübliche Größe von Elektro-Kochfeldern (Masseplatten) beträgt: klein 147mm, groß 183mm.
| Bräter 32 | Bräter 38 | Topf 24 | Topf 28 | Auflaufform | Pfanne 16 | Pfanne 24 | Pfanne 28 | Grill-pfanne | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kennzeichnung | 4621 | 4623 | – | ? | 4625 | 4629 | – | (4C30) | 4630 |
| Innenmaße | 31 x 21 x 10,3 cm | 37 x 26 x 12,5 cm | 24 x 11 cm | 28 x 12,5 cm | 34 x 21 x 6 cm | 16 x 4 cm | 24 cm | 28,5 x 4,5 cm | 28 x 28 cm |
| Volumen | 4,5 l | 8,0 l | 5,0 l | ca. 7,5 l | 3,0 l | ? | ? | 2,3 l | ? |
| Deckeltiefe | 3 cm | 3 cm | 2,7 cm | ? | ohne | ohne | ohne | ohne | ohne |
| Gesamthöhe | 136 mm | 163 mm | 167 mm | ? | 66 mm (zwei ineinander 84mm) | ? | ? | 51 mm | ? |
| plane Aufstandsfläche | 246 x 151 mm | 292 x 180 mm | 18 cm | ? | 287 x 158 mm | ? | ? | 22 cm | ca. 25 x 25 cm |
| Gewicht | 4,25 + 2,34 = 6,6 kg | 6,15 + 3,14 = 9,3 kg | 3,35 + 2,14 = 5,5 kg | ? | 3,9 kg | 1,2 kg | 2,3 kg | 2,9 bis 3,2 kg | ? |
5. Praxis
Die Bistro Serie bestand aus zwei ovalen Brätern mit Deckeln, zwei runden Töpfen mit Deckeln, zwei runden Pfannen, einer quadratischen Griffpfanne, sowie einer rechteckigen Auflaufform. Alle Teile sind auf sämtlichen Herdarten einsetzbar, und bis auf die Pfannen mit Holzgriffen (abnehmbar) auch ofenfest; aufgrund der Emaillierung jedoch nicht feuerfest.
Die Grillpfanne besitze ich aus folgenden Gründen ganz bewusst nicht:
- Guss leitet Wärme nur sehr schlecht, wodurch sich die große quadratische Aufstandsfläche von ca. 25x25cm auf den meisten Kochflächen praktisch nicht homogen aufheizen, und speziell die Ecken nie so heiß wie die Pfannenmitte werden würden; dies steht dem eigentlichen Anwendungszweck des scharfen Anbraten bei maximaler Flächennutzung unvorteilhaft gegenüber. Sinnvoll nutzen ließe sich diese Pfanne wahrscheinlich nur auf einem Holzherd bzw. Küchenhexe.
- Beim Anbraten bevorzuge ich ein flächiges Röstaroma, wohin gegen eine Grillpfanne prinzipiell vor allem ein Muster ins Fleisch brennt, die Oberfläche jedoch nicht durchgehend kross wird. Würde ich ein Muster wollen, läge ich das Fleisch auf ein Rost über dem offenen Feuer, dann gart zudem auch alles gleich durch.
- Das Reinigen solcher Rillen, damit sich diese nicht mit eingebrannten Speiseresten zusetzen, ist mitunter eine Qual, und führt nicht selten zu abrasivem Schruppen, mit potentieller Materialbeschädigung. Solch eine negative Erfahrung musste ich damals bereits bei einer anderen runden gusseisernen Grillpfanne machen.
- Als „Grillpfanne“ mit schöner Kruste bevorzuge ich stattdessen eine einfache glatte Stahlblechpfanne mit hohem Rand (Bauernpfanne).

Pfanne 28cm
Das von mir am meisten genutzte Teil, und damit auch meine Lieblingspfanne, ist die Ausführung mit 28cm Durchmesser. Für das Gewicht von 3,2kg ist der abnehmbare Holzgriff gerade noch ausreichend, wobei man die gefüllte Pfanne aber sowieso zusätzlich besser mit dem zweiten Griff hält.
Theoretisch könnte man die Pfanne auch in den Ofen stellen (z.B. langsames Garen nach scharfem Anbraten, oder Pizza backen), wenn man dazu den Holzriff abschraubt. Dies allerdings würde ich maximal bei noch gut erhaltenem Griff und Gewinde empfehlen, denn jedes Lösen kann dabei auch zu ungewolltem minimalem Verschleiß führen.
Bratkartoffeln brate ich in meiner noch schwereren Silit Gormet Gusspfanne mit höherem Rand (s.u.), alles andere jedoch (vor allem Ei), und damit den überwiegenden Teil, in der WMF. Aufgrund des nicht ganz so hohen und auch abgerundetem Rand, lässt sich das Essen bei Bedarf auch noch gut heraus schütten. Ausspülen tue ich die Pfanne nur selten, meist reibe ich sie einfach nur trocken aus, um eine leichte Patina zu erhalten.
Ganz fabelhaft gelingt in der Pfanne (ohne Griff) auch selbstgemachte Pizza! An einem warmen Ort (im Winter auf der Heizung) geht der Teig durch das homogene Erwärmen äußerst gut auf, behält durch die Wärmespeicherung auch beim fülligen Belegen seine fluffige Konsistenz, und zum Backen ist Gusseisen natürlich absolut ideal. In diesem Fall gab es Wild-Salami mit roten Zwiebeln, 400g Käsemix, und selbstverständlich meinem eigenen Tomatenmark – saulecker!
Im Laufe der Jahre hatte ich einige dieser Pfannen in den Händen, weil ich sie auch Freunden geschenkt habe. Im Zuge dessen habe ich auch erhebliche Gewichtsunterschiede festgestellt, so z.B. 300 weniger bei einer eher gräulich emaillierten Pfanne mit der zusätzlichen Prägung 4C30 im Boden.
Pfanne 24cm
Weil sehr zufrieden mit der größeren, hatte ich kurzzeitig auch mal das 4cm kleinere Modell in Gebrauch. Hintergrund war das Energiesparen bei nur wenig Bratgut w.z.B. 2-4 Spiegeleiern, was in der Praxis jedoch so selten vorkam, dass ich mich aus Platzgründen wieder vom 24cm Modell getrennt habe.
Pfanne 28cm vs. 24cm
Schaut man sich beide Pfannen an, fällt auf dass der Unterschied in der Praxis doch gar nicht so groß ist, zumindest nicht so, dass sich die kleinere unbedingt lohnen würde. Wäre die 28cm Pfanne 32cm groß, gäbe es einen deutlich spürbaren Unterschied, allerdings sind 28cm doch universeller als 32cm, und sowieso universeller als 24cm. Den meiner Ansicht nach einzigen Grund, das 24cm Modell zu bevorzugen, wäre die Gewichtsersparnis von knapp 1kg – 2,3kg zu 3,2kg.
Pfanne 16cm
Da die 16cm Pfanne nicht mit auf den damaligen originalen Verkaufskartons abgebildet war, dürfte es es vermutlich um ein späteres Modell handeln. Sowieso habe ich es nur sehr selten zum Verkauf angeboten gesehen, und wüsste persönlich nicht, was ich mit solch einer kleinen Gusspfanne mit einem Volumen von gerade mal einem Spiegelei überhaupt anfangen sollte. Kleinere Pfannen nutze ich nur auf Touren, dann jedoch auch aufgrund des geringeren Gewichtes, weshalb ich die Kombination aus klein und schwer für eher sinnfrei erachte.
Auflaufform 34cm
Besäße sie einen Deckel, wäre es wohl ein Bräter, so jedoch ist es nur eine Auflaufform, für die man jedoch auch keinen Deckel benötigt, denn schließlich sollen Aufläufe oben ja eher knusprig sein. Ursprünglich erhalten habe ich diese Form in einem erbärmlichen, stark angebrannten, und ekelhaft nach Parfüm stinken Zustand. Erst nach mehrfachem Auswaschen mit heißem Wasser, Waschmittel, Soda und Spülmittel, und danach stundenlangem Braten mit alten Kartoffeln und wieder mehrmaligem Auswaschen, konnte ich diese Form überhaupt wieder für Lebensmittel verwenden.
Dass ich sie nicht oft benutze, liegt wohl eher an meinem nur kleinen Ein-Personen-Haushalt. Wenn ich jedoch mal einen Auflauf mache (und von diesem zusammen mit Ilai zwei Tage lang esse), erweist sie sich als sehr praktisch. Insofern eignet diese Form, wie auch das darin zubereitete Gericht, eher für mehrköpfige Familien.
Dass ich mir dennoch eine zweite dieser Formen besorgte habe, lag an meinem leckeren Pflaumenmus, denn für dessen Herstellung erwies sich die Auflaufform deutlich besser als ein Bräter.
Zudem lassen sich zwei Formen auch äußerst praktisch ineinander stapeln, so dass die Aufbewahrung selbst in einem engen Haushalt nicht wesentlich mehr Platz in Anspruch nimmt.
Bräter 38cm
Viele Jahre lang habe ich zur Zubereitung von Geflügel (meist Enten und Gänse), sowie auch Aufläufen, einen 8Liter Simax Glasbräter (42x26x16,5cm, 4,4kg) verwendet; damals im Angebot bei Aldi für unschlagbare 8,-€. Sein großer Vorteil war das durch das flache Unterteil gut entnehmbare Federvieh, sowie natürlich auch das Beobachten des Bratens ohne überhaupt den Ofen öffnen zu müssen. Die flache Unterschale führte jedoch auch oftmals zum Verschütten von Saucen, und man konnte dann auch keine kleineren Teile mit dazu legen. Das größte Manko war jedoch, dass man ihn nicht auf dem Herd nutzen, d.h. nichts darin anbraten konnte.
Für ein größeres Anwendungsspektrum habe ich dann meinen Glasbräter gegen den Gusseisenbräter getauscht, wobei dieser allerdings mit ca. 60,-€ deutlich teurer und auch bereits gut genutzt worden war. Nun konnte ich damit nicht nur Fleisch im Ofen, sondern auch alles mögliche auf dem Ofen garen. Allerdings habe ich festgestellt, dass mindestens der große Bräter aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit, und damit verbundenen Anbrenngefahr, nicht zum scharfen Anbraten auf Elektro-Massefeldern geeignet ist (Hotspot in der Mitte).
Maximal hinein passt zum Beispiel eine 5kg Gans, welche bei 190°C nach genau 4 Stunden knusprig gar war.
Bräter 32cm
Vom großen Bräter angetan, habe ich mir zum Energiesparen bei weniger Gargut, auch noch die kleinere Variante zugelegt, welche ich auch noch besser als Topf verwenden kann, auch weil hier die Bodenfläche nicht ganz so groß ist, und sich die Hitze dadurch etwas gleichmäßiger ausbreitet als beim großen Bräter.
Bräter 32cm + 38cm
37 x 26 x 12,5cm und 9,3kg vs. 31 x 21 x 10,3 cm und 6,6kg; Deckeltiefen jeweils 3cm (Servierplatte).
Lagern tue ich die Bräter aufgrund der Beschädigungsgefahr nicht ineinander, sondern, wenn auch Raumfüllender, aufeinander.
Topf 24cm
Die Suche nach einem Topf der Bistro-Serie hatte tatsächlich einige Jahre lang gedauert, zuerst bekommen habe ich den kleineren 24cm, nach dem 28er suche ich also weiterhin.

WMF Bistro vs. Silit Gormet
Neben dem Gusseisen vom WMF nutze ich auch noch eine große Pfanne von Silit, aufgrund des höheren Randes vorzugsweise für Bratkartoffeln. Auch wenn die Emaille bei WMF schon sehr glatt ist, hatte man diese bei Silit damals noch ein klein wenig glatter hinbekommen. Dafür jedoch ist die Verschraubung des Holzgriffes der WMF Pfanne etwas stabiler, während man die Silitpfanne wirklich nur an beiden Griffen anheben sollte. Der dabei größere Silit-Griff erweist sich in der Praxis jedoch nicht unbedingt besser als der kleinere WMF-Griff. Nur der Deckel lässt sich bei Silit etwas besser greifen als der runde WMF-Knauf. Beide Herstellerserien sind in etwa gleich hochwertig verarbeitet, es gibt nur geringe funktionale Unterschiede.
6. Positives
- maximale Wärmespeicherung
- glatte emaillierte Oberfläche mit antihaft-Effekt
- plan-abgedrehter Boden für eine gute Wärmeleitung
- stabile und Hitze-unempfindliche Griffe (Bräter und Auflaufform)
- Deckel auch als zusätzliches Gefäß verwendbar (zur Wärmeisolierung und zum Servieren)
- für alle Herdarten geeignet
- backofenfest (Bräter, Auflaufform, und Pfanne ohne Holzgriff)
7. Negatives
- hohes bis sehr hohes Gewicht, und damit unkomfortabeler anzuheben als anderes Kochgeschirr aus Edelstahl, Kupfer und Aluminium (selbst Schmiedeeisen ist leichter)
- das Warmwerden dauert etwas länger (schlechte Wärmeleitfähigkeit)
8. Fazit
Nimmt man das hohe Gewicht in Kauf, erhält man mit dem Gusseisen von WMF Bistro, ein Kochgeschirr mit sehr hoher Wärmekapazität, welches für alle Herdarten sowie auch für Backöfen geeignet ist, um darin sehr schmackhafte Speisen zuzubereiten. Die hohe Qualität von damals sucht man heute meist vergebens, und findet sie wenn, nur zu allerhöchsten Preisen. Insofern sind gebrauchte Teile der Bistro-Serie eine bezahlbare, und sowieso sehr sinnvolle Alternative.

































































































