Nalgene Trinkflaschen & Bisphenole


Autor: Dominik

Nalgene Trinkflaschen sind aufgrund ihres hohen Praxiswertes weltweit bekannt; in diesem Erfahrungsbericht nenne ich nicht nur die üblichen, sondern auch einige der eher unbequemen Fakten w.z.B. die durch Bisphenole hervorgerufenen gesundheitlichen Schäden bei sämtlichen Lebewesen unseres Planeten.

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1. Produkt

Trinkflaschen für Sport und Outdoor

2. Unternehmen

  • Nalge Nunc International (seit 1995), Rochester, New York, USA –> gehört zu Thermo Fisher Scientific (USA)
  • Made in USA

3. Kauf

Meine erste Nalgene-Flasche habe ich mit 2010 in den USA gekauft; nicht weil alles Schlechte zuerst aus dem Westen kommt, sondern weil ich diese Flaschen bereits vor dem Kauf für sehr praktisch hielt. Im Laufe der Jahre kamen, durch intensivere Nutzung auf meinen Touren, weitere Flaschen, auch in anderen Volumina hinzu.

  • 05/2010: 32oz clear (Maxpedition NALG32CL), $9,-
  • 05/2010: 32oz dark grey (Maxpedition NALG32DG), $9,-
  • 05/2010: Splash- Guard black, $3,-
  • 12/2012: 1L Everday, grau, 12,-€
  • 12/2012: 1L Everyday Oasis, foliage, 13,-€
  • 01/2017: 1,5l Faltflasche Cantene, 10+5,-€
  • 04/2017: 2x 0,5l (16oz) Everday, grau (Gray Titan), 15+4,-€
  • 11/2021: 1,5l Everday Silo, transparent/grau, 12,-€

4. Spezifikationen

  • Material Hart-Plastik-Flaschen: Tritan-Copolyester (mindestens bestehend aus Terephthalsäuredimethylester, 2,2,4,4-Tetramethyl-1,3-cyclobutandiol und 1,4-Cyclohexandimethanol)
VolumenGewichtHöheDurchmesser
0,5 Liter / 16oz108g177mm81,5mm
1,0 Liter / 32oz182g208mm92,5mm
1,5 Liter / 48oz206g278mm92,5mm
1,5 Liter Faltflasche65g316mmflach 165mm
Nalgene Trinkflaschen
0,5l
Nalgene Trinkflaschen
1,0l
Nalgene Trinkflaschen
1,5l
Nalgene Trinkflaschen
1,5l Faltflasche
Nalgene Trinkflaschen
Silikon
Nalgene Trinkflaschen
Kunststoff

5. Praxis

Mittlerweile (2025) gibt es Nalgene-Flaschen in unzähligen Varianten, ich beschränke mich hier auf die ursprüngliche Zylinderform mir einfachem Deckel, welche ich mir in den Jahren 2010 bis 2021 zugelegt hatte.

Nalgene Trinkflaschen
Nalgene Trinkflaschen
Nalgene Trinkflaschen

Während die ein- und 1,5l Weihalsflaschen eine Mündung von praktischen 52mm aufweisen, besitzt die 0,5l Enghals-Flasche hier nur 28mm Durchmesser, was das Trinken daraus etwas verlangsamt.

Nalgene Trinkflaschen
Verschlüsse
Nalgene Trinkflaschen
0,5l vs. 1.0l

Splash Guard

Für die 52mm sind diverse Auslauf-reduzierende Einsätze aus Kunststoff und Silikon erhältlich, welche verhindern, dass man sich den Flascheninhalt unbeabsichtigt über den Körper kippt. Bei vorsichtiger bzw. bewusster Handhabung sind diese jedoch nicht wirklich notwendig, eher bei unbewusstem Trinken während einer Aktivität w.z.B. Wandern oder Laufen. Nachteil dieser Einsätze: sie können in die Flasche fallen, kommen dann nur im leeren Zustand wieder raus, und man nuckelt an einem zusätzlichen Stück Kunststoff rum.

Splash Guard
Splash Guard
Nalgene Splash Guard

1 Liter – 32 oz

Die vermutlich geläufigste, weil für viele Anwendungszwecke universellste Größe, ist die 1 Liter Flasche. Mit ihren 20cm Höhe bekommt man sie auch in viele Außentaschen von Rucksäcken sicher eingesteckt.

Nalgene 1l
Nalgene 1l
Nalgene 1l
Nalgene 1l

1,5 Liter – 48 oz

Die 1,5 Liter Variante passt zumindest bei großen Trekking-Rucksäcken meist ebenfalls noch in ein seitliches Außenfach, wird aber vermutlich doch eher innen transportiert, auch weil der Anwendungszweck weniger dem sofortigen Trinken, als viel mehr dem Transport eines Wasservorrates (z.B. zur Zubereitung von Trekkingmahlzeiten) dient.

Nalgene 1,5l
Nalgene 1,5l
Nalgene 1,5l
Nalgene 1,5l

Aus diesem Grund hatte ich mir auch einmal die faltbare Variante zugelegt, um das Volumen im vollen Rucksack bei Nichtbenutzung deutlich reduzieren zu können. Das Befüllen in flachen Bächen erwies sich jedoch als umständlicher, und es herrschte ständig die Angst vor einer Perforation vor. Leider ist dann, trotz umsichtigem Umgang, auch genau dieses passiert. Glücklicherweise nicht während einer Trekkingtour im Rucksack (!), sondern verstaut in einer separaten Nahrungsmittelwanne im Fahrzeug während meiner Lappland-Video-Tour 2021. Die Flasche fühlte sich außen leicht feucht an, war nicht mehr ganz voll, das winzige Loch (eher eine Faltung) war jedoch mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Später kam, allein während der Lagerung, d.h. ohne Gebrauch (!) ein zweites Loch hinzu.

Nalgene 1,5l Cantene
Nalgene 1,5l Cantene
Nalgene 1,5l Cantene
zwei Perforationen
Nalgene 1,5l Cantene
oberes Loch in der Mitte
Nalgene 1,5l Cantene
unteres Loch am Rand
Nalgene 1,5l Cantene

6. Gesundheit

Nalgene

Die damaligen Nalgene-Flaschen aus Polycarbonat enthielten mindestens bis 2007 das Hormon- schädigende Bisphenol A, und wurden dann nach einem Öffentlichkeitsskandal (Studien über Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs) durch Tritan-Copolyester vom Hersteller Eastman Chemical ersetzt; angeblich sollte dann kein BPA mehr enthalten sein.

Allerdings können auch aus Tritan (Herstellung aus: Terephthalsäuredimethylester, 2,2,4,4-Tetramethyl-1,3-cyclobutandiol und 1,4-Cyclohexandimethanol), z.B. durch Auslaugung durch UV-Licht oder Erhitzung, Zusatzstoffe wie 2-Phenoxyethanol, Dimethylisophthalat, 4-Nonylphenol oder Benzylbutylphthalat austreten, welche ähnliche Wirkungen wie BPA besitzen. Darüber hinaus kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch in Tritan, durch Verunreinigungen, Spuren von BPA enthalten sind.

Bisphenole

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Während Phthalate Kunststoffe weicher machen, sind Bisphenole für deren Festigkeit zuständig (z.B. Polycarbonat und Epoxidharze). Allerdings sind nicht alle davon durch Forschungen und Studien so bekannt geworden wie Bisphenol A, die seit den 1980er Jahren weltweit am meisten produzierte Industriechemikalie überhaupt. Andere Bisphenole w.z.B. BPS und BPF sind i.d.R. nicht weniger schädlich als BPA. Selbst wenn es also heißt „BPA-frei“ (auch weil BPA ab 2024 in der EU verboten ist), mindert dies keineswegs die Gefährlichkeit dessen Ersatzstoffe.

Bisphenole gelangen durch die Nahrung, und über Haut Luft in den menschlichen Körper, und befinden sich mittlerweile in Böden, im Wasser, in der Luft, und auch in unseren Körpern (messbare Bestandteile im Urin bei ca. 90% der Weltbevölkerung). Ab der Produktion sind sie enthalten in: Lebensmittelverpackungen und Frischhaltedosen, Kochgeschirr, Doseninnenbeschichtungen, Plastikflaschen, Hygieneartikel, Zahnfüllungen- und Beschichtungen, Kinderspielzeug, Elektronik, Handys, CDs, Bodenbelägen, Wasserleitungen,…in praktisch sämtlichen Gegenständen unseres alltäglichen Lebens.

Bisphenole BPA
angeblich BPA-„frei“
Bisphenole BPA

Auswirkungen

In Studien wurde z.B. Fluoren-9-Diphenol (BHPF) bei Menschen im Blut nachgewiesen, welche aus Tritanflaschen auf über 60°C erhitzte Flüssigkeiten getrunken hatten; wobei es auch schon genügt, eine Kunststoffflasche Sonneneinstrahlung auszusetzen. Neben Wärme wirken für den Austritt der Chemikalien auch begünstigend stark saure oder basische pH-Werte, sowie ein hoher Fettgehalt.

Bisphenole greifen in zahlreiche hormonelle Prozesse ein, w.z.B. das Wachstum, die Zellreparatur, das Immunsystem, den Energiehaushalt, sowie die Fortpflanzung (weniger Spermien und Eizellen).

Mädchen kommen eher in die Pubertät, was zur einem erhöhten Krebs- und Diabetesrisiko führt. Schilddrüsenhormone werden gestört was u.A. zu Autoimmunkrankheiten wie Hashimoto führt. Bei der Entwicklung des Fetus traten in mehrere Studien unabhängig voneinander nachweislich geringere Lungenvolumen und Astma-ähnliche Symptome auf, welche zu lebenslanger Kurzatmigkeit führen. Bisphenole lösen nachweislich Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien aus, haben negative Wirkungen auf den Zahnschmelz, was vermehrt zu Karies führt (Kreidezähne bei Kindern), fördern chronische Entzündungen im Körper was zu Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Krankheiten führt, und begünstigen diverse Krebserkrankungen (Eierstockkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs), bei gleichzeitiger Schwächung von Chemotherapeutika.

Allgemein werden durch Bisphenole krankmachende Gene aktiviert, während für unsere Gesundheit positive Gene deaktiviert werden.

Lösung

Kunststoffe enthalten prinzipiell entweder Weich- oder Hartmacher, und alle diese Stoffe sind nachweislich gesundheitsschädlich. Die einzige Lösung ist, auf die Verwendung von Kunststoffen konsequent zu verzichten, d.h. weder neue zu kaufen, noch bereits vorhandene weiter nutzen; stattdessen zu nachhaltigeren Produkten aus Holz, Glas, Keramik, Edelstahl und Titan greifen. Keine Lebensmittel verzehren, welche in Plastikverpackungen oder Konservendosen verpackt waren, und vor allem auch nicht (mehr) aus Kunststoffflaschen trinken.

Im Oktober 2025 habe ich mich daraufhin und konsequent von allen meinen Nalgene-Flaschen getrennt; selbst die Nutzung als Hunde-Trinkflasche konnte ich nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Beim Verkauf waren alle Flaschen nach wie vor dicht, und die Deckel ohne Beschädigungen.

7. Positives

  • geringes Gewicht
  • zuverlässig dicht
  • äußerst robust
  • langlebig
  • praktische Weithals-Öffnung
  • vergleichsweise einfach zu reinigen
  • vergleichsweise günstig
  • geschmacksneutral
  • auch geeignet für den wasserdichten Transport von kleineren empfindlichen Objekten
  • ebenfalls im Wasser leer als Auftriebskörper nutzbar
  • Transport auch außen am Rucksack per einfachem Riemen durch Verschlusssband möglich
  • temperaturbeständig bis 135°C (dann allerdings noch bedenklicher für die Gesundheit)
  • enthält keine Weichmacher (dafür allerdings Hartmacher)

8. Negatives

  • unzuverlässige 1,5l Faltflasche mit hoher Beschädigungsgefahr
  • Gesundheits- und Umwelt-schädigende Wirkung von Kunststoffen (Bisphenole)

9. Fazit

Auch wenn nicht direkt zu spüren, bleibt bei der Nutzung dieser äußerst praktischen Trinkflaschen, welche oftmals aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, dennoch ein fader Beigeschmack. Empfehlen kann ich Plastikflaschen zum Trinken also allgemein nicht.

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