Mittsommer-MTB-Brockentour


Autor: Dominik

Am 24.06.2017 sind Basti und ich bei traumhaften Wetter zu einer spontanen MTB-Brockentour gestartet, die Tagestemperaturen lagen zwischen 18 und 24°C, der Himmel war strahlend-blau durchzogen von imposant anmutenden Schleierwolken, teilweise herrschte ein böiger Wind, es blieb niederschlagsfrei – ideale Bedingungen für einen perfekten Tag in der Natur.

Basti hat sein neues Cube-Outfit probegetragen und wollte einmal testen, wie weit es sich noch mit einem völlig abgefahrenen und porösen Schwalbe Albert an der Hinterachse fahren lässt (VR: Continental Mountain King). Ich habe meinen Sigma-Tacho eingeweiht, wollte wissen ob sich ein Downhillshirt auch an warmen Tagen komfortabel tragen lässt und war gespannt, wie sich die neue Kombination Continental Mountain King (VR) und X-King (HR) am Berg schlägt, und ob ich meine modifizierte Magura Gustav M endlich mal warm bekomme:-) Neue Schuhe konnte ich mir passend zu den jungfräulichen Plattformpedalen aufgrund der Spontanität des Ausfluges leider nicht mehr bestellen, es mussten ein paar alte profillose Halbschuhe her halten.

Ilsestein

Nach Vorbereitung aller Ausrüstung sind wir recht spät um 10:00 Uhr am Parkplatz am südlichen Ortsausgang in Ilsenburg (270m üNN) gestartet. Diesmal jedoch nicht wie sonst, den Heinrich-Heine-Weg entlang der Ilse, sondern gleich links hoch Richtung Adlerklippe/Ilsestein. Dieser Pfad hatte es von Anfang an in sich, die Steigung der ersten Hälfte bis zum Ilsestein lag bei 5-12%, die Pfadbreite im Durchschnitt bei 80cm, das Ganze teilweise serpentinenartig auf losem Schotter mit scharfen Felsspitzen. Bergab eine feine Trail-Strecke, berghoch eine Schiebetortur. Die zweite Hälfte (Markierung Grünes Kreuz) verlief bis zum Ilsestein mit ca. 7% und wesentlich mehr Grip auf geschottertem Fahrwegetwas etwas humaner. Nach den ersten 1,2 Kilometern und bereits 95 absolvierten Höhenmetern, angekommen am Ilsestein, passierte, was kommen musste: Plattfuß an Basti´s Hinterrad; ein 2mm kleiner Glassplitter hatte sich durch den porösen Mantel in den Schlauch gebohrt. Uns stimmte das jedoch froh, da wir so einen gerechfertigten Grund für unsere erste Pause hatten:-) Es kam Tiptop-Flickzeug und meine neue Lezyne Micro Floor Drive HV (damit macht pumpen Spass!) zum Einsatz, das Problem war schnell behoben. Die freundliche Betreiberin des kleinen Imbiss am Ilsestein hat so gleich die optionale Bereitstellung von MTB-Flickzeug als zusätzliche Geschäftsidee erkannt. Basti´s Luftdruck haben wir zur Schonung des Reifens bzw. um die Porösität so gut wie möglich zu minimieren auf ca. 1,5bar gesenkt; sein Startluftdruck ist unbekannt (vermutlich über 2,5bar), meiner lag bei 1,7bar. Basti fiel ein singendes Geräusch an meinem Rad auf, ich jedoch bin davon ausgegangen, dass es nur von seinem “1A-gewarteten” Drahtesel kommen kann. Wir haben noch ein paar hundert Meter über den Verursacher diskutiert, bis es dann irgendwann nicht mehr zu hören war, getreu dem Toyota-Volvo-Motto: weiterfahren, vergessen, Problem von allein gelöst. Erst bei der Nachkontrolle zu Hause ist mir die Ursache aufgefallen: eine Speiche war am korrodierten Nippel abgebrochen, ich bin also den ganzen Tag mit einer Speiche weniger unterwegs gewesen:-o

Paternosterklippe

Im weiteren Verlauf hat Basti bei herrlichem Ausblick an der Paternosterklippe ein kleines Leuchtfeuer spendiert. Nach bereits 150m setzte die Wirkung ein und er steuerte, rechts von mir fahrend, nach einem schicken wheely mit den Worten „ohoh“ ungewollt den Hang hinunter (>30° Neigung!). Während ich ihn bereits am Baum kleben sah, hat mich ein intensiver Lachanfall dazu bewegt, nach links an die Böschung zu kippen und ich musste mich sehr zusammenreißen, mir nicht in die Hose zu machen. Basti konnte die Situation glücklicherweise verletzungsfrei und typischerweise voller Humor entschärfen, wir haben uns dann ausgiebig vor Lachen auf dem Boden gewälzt. Einerseits waren wir froh, dass die Aktion niemand gesehen hat (an Peinlichkeit wäre das kaum zu überbieten gewesen), andererseits war es schade, dass die GoPro noch nicht in Betrieb war. In jedem Fall liefert dieser Stunt noch ausreichend Anlass zum Lachen für die nächsten Jahre:-) Kurz darauf passierte uns eine Gruppe E-Biker, die bei unserem Anblick womöglich dachten, ohne Schummelantrieb ebenfalls an dieser Stelle liegen geblieben zu wären.

Plessenburg bis Brockenstraße

Der Schotterweg zur Plessenburg verlief mit nur geringer Steigung, fast parallel zum Hang, mit nur einer ca. 250m kurzen recht flachen Downhillpassage. Wir hatten nun die Wahl zwischen Huysburger-Häu-Weg (roter Kreis) Richtung Wernigerode/Drei Annen Hohne und dem grünen Kreuz Richtung Schindelstieg. Der offizielle MTB-Weg (rotes Dreieck) hätte uns zum bereits bekannten Heinrich-Heine-Weg bzw. zur Bremer Hütte geführt. Ein 71-jähriger Cannondale-MTBler hat uns zum landschaftlich schöneren Schindelstieg geraten, da der ebenfalls fahrbar sei. Im Vertrauen auf seine Erfahrung sind wir diesem gefolgt, mussten jedoch in Höhe Wolfsberg nach erneuter Schiebtour feststellen, dass dieser Weg, wenn auch wirklich schön gelegen, nicht wirklich bergauf fahrbar war, erst Recht nicht für jemanden diesen Alters. Zwischen den hohen Tannen konnte der letzte Regenschauer noch nicht abtrocknen, der Weg war frisch ausgespült, die Felsen rutschig nass, ein einsamer Biker kam uns talwärts mit knapp 30km/h entgegen. Auf einer sonnigen Lichtung entschieden uns für eine Butterbrotpause und ließen uns von zahlreichen kleinen Fliegen beißen, schön ist doch die Natur. Wir folgten dann also nicht dem Schindelstieg Richtung Südwesten mit dem Ziel Gelber Brink, sondern bogen nach Südosten in Richtung Weiße Steine ab (grünes Kreuz). Eine teameinheitlich schick-gekleidete MTB-Gruppe kam uns bei aus ihrer Sicht mit weniger als 5% Gefälle entgegen; dass wir Bremsgeräusche hörten, war für uns nicht ganz nachvollziehbar. Hinter dem Stern hätten wir dann Richtung Zeterklippen nach rechts abbiegen können (um über eine Schleife doch noch auf den Gelben Brink zu kommen), allerdings hätten wir dazu den Forstmeister-Stietz-Weg  und nicht den Victor-von-Scheffel-Weg hinauffahren müssen. Ich war gedanklich jedoch noch ein wenig zu sehr ins Diskussionsthema „Höhenmessung via GPS vs. Barometer“ vertieft, welches ich am Stern mit einem MTBler führte. Dieser hatte mitbekommen, wie ich mit Basti über die aktuelle Höhe rätselte. Außer auf der Brockenstraße befinden sich an sämtlichen Wegen im Oberharz leider keine Höhenangaben… zur Kalibrierung des luftdruckgesteuerten Fahrradtachos. Der hilfsbereite Herr meinte, das Problem mit Blick auf sein Smartphone lösen zu können. Wie genau diese Angabe jedoch ist, konnte ich bereits in einem vorangegangenen Vergleich ermitteln, zudem war gerade trotz großräumig freier Ebene und 1A-Wetter kein GPS-Signal verfügbar, klase Elektronik. Den Victor-von-Scheffel-Weg fuhren wir dann auch gleich bis zur Rasthütte an den Hohneklippen weiter, weil wir einen nach rechts abbiegenden völlig verblockten Pfad hangaufwärts als schlechten Scherz empfanden. 1km später stellte sich jedoch heraus, dass wir dort hoch gemusst hätten – der Pfad trägt den passenden Namen Höllenstieg und ist auch sinnvollerweise nicht als MTB-Strecke in der Karte markiert (auch hangabwärts nicht fahrbar!). Durch die Wende auf dem Forstmeister-Stietz-Weg mussten wir dann allerdings auch nur noch die Hälfte des Höllenstieges nach oben schieben/tragen bevor wir an der Wernigeröder Skihütte auf 900m üNN die gut frequentierte Brockenstraße erreichten. Hier konnte ich nun endlich meinen Tacho auf die aktuelle Höhe kalibrieren und mich fragen, warum sich einige MTBler für diese langweilige und recht volle Teerstraße talwärts entschieden. Für uns war es auf den letzten Metern berghoch eine willkommene Entspannung, mit 100% Grip und durchschnittlich nur 5% Steigung (ausgenommen der 12%-steilen Linkskurve in Höhe der Ilsequelle).

Brockengipfel

Auf dem letzten Stück pausierten wir hinter den Gleisen der Brockenbahn bzw. Abzweig Goetheweg vor der Knochenbrecherkurve und bestaunten die zahlreichen Kremserwagen, die eifrig Touristen bergauf und wieder talwärts brachten. Ab hier wurde es gewohnheitsgemäß ein wenig frischer, der Luftdruck sank spürbar, der Wind nahm knapp 1km vor dem Gipfel deutlich zu. Statt der 1.172m hat der bei letztmalig 900m kalibrierte Fahrradtacho daher nur 1.135m üNN angezeigt. Bei einem Wetterumschwung ist eine barometrische Höhenmessung logischerweise ungenauer als ein GPS-Gerät. Auf dem Gipfel standen dann gegen 16Uhr (ja, wir haben wirklich viele Pausen gemacht) natürlich zuerst die obligatorischen Fotos am Gipfelstein auf dem Programm, danach streiften wir uns wärmende Jacken über und gönnten wir uns beim Brockenwirt für jeweils 7,-€ eine Erbsensuppe mit 2 Bockwürsten und inhalierten den Rauch der Brockenbahn um uns für die sehnsüchtig erwartete Downhill-Tour zu stärken. Diese musste natürlich wieder über den Hirtenstieg verlaufen. Während ich im letzten Jahr mit meiner viel zu harten Federgabel meines Scott Reflex 10 (ich war einfach zu leicht für die serienmäßige Stahlfeder der Rock Shox Tora) und den noch jungfräulichen Bremsbelägen (sowas macht man natürlich nicht) noch ein wenig im Nachteil war, sah das Blatt mit den aktuellen 150mm Federweg am Fully und der Vierkolbenbremsanlage im Vergleich zu Basti´s 100mm Hardtail und sporadisch hängendem Bremshebel nun ein wenig anders aus;-) Auf einem sonnigen Fleckchen hinter den Gleisen präparierten wir unsere Ausrüstung für den Höhepunkt des Tages: Basti befestigte sich die GoPro rechts am Rahmen über dem Tretlager, ich aktivierte die Bremslichtfunktion meines Lupine Rotlichtes und schaltet das Fahrwerk zum ersten Mal an diesem Tag auf 100% Federweg sowie den Tacho auf Anzeige Vmax. Noch etwas Luft ablassen (ich 1,4 bar, Basti blieb bei seinen bereits reduzierten 1,5 bar) Helm auf, Sonnenbrille ins Gesicht, Handschuhe hoch, Rucksack straff, Gang Nr. 27 gewählt und los geht’s!

Hirtenstieg

Der Hirtenstieg war wie immer der Höhepunkt unserer Tour, man kann es nur schwer nachvollziehen, wenn man es nicht einmal selbst erlebt und überlebt hat! Jenseits von 50km/h lassen sich weder die bis zu 20cm Höhen-Versätze der alten Betonplatten rechtzeitig erkennen, noch die Gefahr hinter der nächsten Kurve erahnen. Jede Federgabel taucht hier, egal wie sie eingestellt ist, bis zum Anschlag ein, die Rohre werden ordentlich warm, ein Fest für jeden Dämpferhersteller. Jeder ungefederte Rahmen würde vermutlich brechen oder den Besitzer rodeomäßig im hohen Bogen aus dem Sattel werfen. Unterdimensionierte Bremsanlagen verwandeln ihre Beläge in ausgeglühte Steine, Scheiben bekommen tolle Anlassfarben und bringen Wasserspritzer zum sofortigen Verdampfen. Bereits nur klein angesetzte Sprünge verwandeln sich durch Geschwindigkeit und Gefälle zu langen schwerelos-Phasen. Hier über völlige Kontrolle zu sprechen wäre fast schon anmaßend, eher ist es eine Mischung aus Angst, Vertrauen in Rad (weniger in das eigene Können), guten Nerven und dem Willen nach Adrenalin…von letzterem erhält man mehr als genug, die Euphorie macht süchtig! So gleicht diese überaus gefährliche Abfahrt mit ihrem 20-Grad-Gefälle einem Wechsel aus Tunnelblick und Blindflug gepaart mit akrobatischen Meisterleistungen, die einem Danny MacAskill in San Francisco entsprächen. Die knapp 3 km können in weniger als 3 Minuten abgespult werden, selbst eine kompressorgesteuerte Lkw-Fanfare wäre nicht rechtzeitig wahrnehmbar, so bleibt nur ein lauter “Hornissenschwarm-Naben-Freilauf” (auf der Hochfahrt hatten wir uns bereits köstlich über Ramadeckel in den Speichen vergangener Zeiten amüsiert) oder eben Schreien wie am Spieß – sofern man noch Luft dafür hat! Fußgänger sollten sich für eine Randseite entscheiden, NICHT blind in der Mitte gehen, denn während es für den Wanderer nur ein zügiger Schritt zur Seite ist, kann ein MTBler kaum mehr gefahrlos ausweichen. Ein Sturz auf diesem Untergrund oder ein Abflug in die Bäume würde dort schwerwiegende, wenn nicht sogar lebensbedrohliche Verletzungen zur Folge haben; nicht daran zu denken, wie ein direkter Zusammenstoß ausgehen könnte. Einem Reh kann man kaum übel nehmen, wenn es nachts auf der Landstraße steht, Fußgänger wissen jedoch, dass dort auch Radfahrer unterwegs sind, zudem sind diese Strecken touristisch auch als Mountainbike-Empfehlungen ausgeschrieben, es ist also gegenseitige Rücksichtnahme angesagt. In vielen Situationen können beide Parteien gefahrlos nebeneinander aggieren, so auch hier, der Weg ist breit genug dafür, immerhin war es zu DDR-Zeiten einmal eine Fahrstraße der NVA. Wir sind selbst Radler als auch Wanderer, Eltern- und Hundbesitzer und nehmen egal wie wir unterwegs sind grundsätzlich auf andere Rücksicht. Leider sehen das nicht immer alle so, viele Fußgänger gehen oft rücksichtslos reihenweise, den kompletten Weg blockierend nebeneinander her, erschrecken sich und haben nur noch wenig Möglchkeiten auszuweichen. Teilweise wird Radlern sogar schon provokativ der Weg versperrt – eine überaus gefährliche und anmaßende Belehrungsmaßnahme, die wie ein Ausbremsen auf der linken Autobahnspur zu unerwarteten Konsequenzen führen kann. Glücklicherweise verlief diesmal alles fast reibungslos… fast. Im letzten Drittel nach der Bismarckklippe läuft Quellwasser über den Weg, die nun nassen Reifen haben in den darauf folgenden Schikanen spürbar weniger Traktion. Basti hat die Ideallinie (wenn es dort so etwas überhaupt gibt) dadurch etwas verlassen und ist beim Bremsmanöver an einem Fels am Wegesrand hängen geblieben – glücklicherweise hatte er in diesem Moment bereits ausreichend verzögert, so dass es bei einem blauen Fleck an der Wade blieb. Später stellen wir als Folge dessen noch ein leichtes Ei im Kettenblatt fest. Dafür war er mit 65,2km auch ein wenig schneller als ich mit „nur“ 63,02km/h (Vorjahres-Vmax lag bei 59,1km/h) – was aber vermutlich auch einfach nur am Fahrermehrgewicht liegen kann:-D. Auf einer geraden Straße oder einem halbwegs ebenen Pfad mag sich das nicht besonders schnell anhören, dort ist es jedoch die die pure Angst. Wenn andere Wege Namen tragen wie Schindel- und Höllenstieg, erscheint der des Hirtenstieges aus MTB-Sicht ein wenig untertrieben, vergleichsweise könnte er auch Todeshang heißen. Hat man diesen Teil der Abfahrt heil überstanden, bleiben gute Chancen, dass man auch den Rest meistert.

Hermannstraße & Heinrich-Heine-Weg

An der Hermannsklippe biegen wir mit beherzt übersteuernd-blockierendem Hinterrad auf die Hermannstraße, ein knapp 1,5km langer Schotterweg, der auch noch mit gut 40-50km/h im strammen Tritt gefahren werden kann; ausreichend Gesichtsschutz und Abstand zum Vordermann vorausgesetzt. Wir fahren beide aus Erfahrung kurze Schutzbleche vorn, in Verbindung mit möglichst geschlossener Sonnenbrille hat man hier schon guten Schutz vor fliegenden Schottersteinen. Vor ein paar Jahren bin ich dieses Stück ohne Schutzblech gefahren, ein spitzer Stein verursachte eine kleine Schnittwunde über der Wange, direkt unter dem Rand der Brille – so etwas möchte niemand im Auge haben. Darum: wählt eure Ausrüstung mit Bedacht! 250m hinter der Stempelsbuche biegen wir gezielt in den schmalen Pfad zwischen den Bäumen nach links, anstatt auf dem ausgewiesenen MTB-Weg zu bleiben. Denn nun wird es mit verblockten Trialeinlangen zwischen großen Felsen wieder sehr abwechslungsreich. Während uns das Tannengrün auf dem sehr engen und recht dunklen Trail die Schultern massiert und gegen den Helm peitscht, springen wir einen Absatz nach dem anderen hinunter. Schneller als 20km/h ist man hier nicht, dafür aber sehr schnell nach vorn über dem Lenker, wenn man nicht aufpasst; auch kann man sich hier gut seine Kettenblattgarnitur ruinieren. Dieser ca. 1 km kurze Abschnitt des Heinrich-Heine-Weg geht ordentlich auf die Arme und macht riesig Spass, hier ist Technik gefragt, eine Sonnenbrille sollte nicht zu dunkel sein. Wir sind uns sicher: Goethe´s Kumpel wird damals auch mit selbstgedichteter Lyrik vermutlich nicht halb soviel Freude gehabt haben, wie wir!

Ilsefälle und Zieleinfahrt

An der Bremer Hütte machen wir wieder ein kleines Päuschen im sonnigen Gras bevor wir den Bremer Weg hinab sausen. Anstatt jedoch blind nach unten zu rauschen, halten wir nochmal für eine kühle Erfrischung an den Ilsefällen und steigen bis über die Knie ins Wasser. Bei immer noch herrlichem Sonnenschein eine herrliche Belohnung für die Strapazen des Tages, der wir uns eine gute halbe Stunde widmen. Das Wasser ist klar, sauber und schmeckt einwandfrei, man möchte direkt was für zu Hause abfüllen:-) Vom Fahrtwind lassen wir talwärts unsere Hosen trocknen, mehr als 40km/h erreichen wir an diesem Tag jedoch nicht mehr, die Beine werden merklich müde. Kurz vor 18:00 Uhr dann aber glücklich und zufrieden den Parkplatz und gönnen uns die letzten 4 eisgekühlten Windbeutel, die ich am Vortag gebacken hatte (die ersten vier hatten wir bereits vor Tour-Start verspeist).

Resumé

  • Gesamtstrecke: 31,51 km (davon ca. 20 km bergauf)
  • reine Fahrzeit: 2:43 min (davon ca. 2:15 min bergauf)
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 11,59 km/h (Vmin 3 km/h)
  • Höchstgeschwindigkeit Dominik: 63,02 km/h
  • maximales Gefälle: 20 % bzw. 35 Grad
  • Höhenmeter bergauf: ca. 900 m
  • größe Höhe: 1.172 m üNN (Starthöhe 270m üNN)
  • Schäden/Ausfälle Basti: großer Zahnkranz vorn verbogen, Schaltung hinten verstellt (1.Gang nicht nutzbar), Schlauch geflickt
  • Schäden/Ausfälle Dominik: 1 Speiche am Hinterrad gebrochen, Schaltung hinten verstellt

Sowohl von großen Schäden als auch von Verletzungen blieben wir verschont:-) Sind wir beide auf Tour, haben wir erstaunlicherweise immer einwandfreies Wetter, egal ob zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Paddel in der Hand. Zudem passiert immer irgendetwas Lustiges, was uns beim Erinnern auch nach Jahren noch Tränen in die Augen treibt, diesmal war er der “Leuchtfeuer-Stunt”:-) Ohne dass ein Kind in den Brunnen gefallen ist, habe ich mir, wieder zu Hause angekommen, vorsichtshalber ein Paar ordentliche Knieschützer bestellt. Zum einen wird es nicht immer so gut laufen, zum anderen bilde ich mir ein, dass mich nur meine Angst über diesen nicht vorhandenen Schutz (ich hatte gerade zwei Wochen zuvor einen Sturz mit blutigen Knien) von meinen anvisierten 70km/h auf dem Hirtensteig abgehalten hat – im Gegensatz zu mir war mein Rad noch nicht an seinem Limit;-) Ebenso wurden alle Alu-Speichennippel gegen Messingnippel ersetzt. Basti´s Cube-Outfit ist unter dem Einsatz seiner Muskeln nicht geplatzt, meine Contis liefen auch mit relativ wenig Druck und unter schwierigen Bedingungen einwandfrei, das Shirt war sehr atmungsaktiv und meine Gustav hat nicht 1mm ihres perfekten Druckpunktes eingebüßt… kurzzeitig wurde sie allerdings schon mal ein wenig warm.

Prüft eure Ausrüstung vor der Tour (Rad sowie persönliche Schutzausrüstung) und unternehmt derartige Touren nur, wenn es euer Gesundheitszustand und Können zulässt. Von der talwärtigen Befahrung des Hirtenstieges raten wir grundsätzlich ab! Liebe MTBler denkt daran, ihr befindet euch in einem Nationalpark, verhaltet euch angemessen, befolgt die Regeln und bleibt vor allem auf den ausreichend vorhandenen offiziellen Wegen!

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