GoPro Hero 7 Black & White


Autor: Dominik

Die GoPro Hero 7 ist die letzte GoPro Actioncam ohne integrierte Halterung am Gehäuse und die erste mit Hypersmooth-Stabilisierung.

1. Produkt

Hochwertige Actioncam für professionellen Einsatz.

2. Unternehmen

  • GoPro Incorporation (seit 2002), 3000 Clearview Way, San Mateo, California 94402, USA
  • Made in China

3. Kauf

  • 03/2020: 279,-€

Weil ich bereits die Hero 6 (im Fluss ertrunken) mit zahlreichem Zubehör, d.h. vielen verschiedenen Halterungen besaß, habe ich mir trotz ebenfalls reduzierter Hero 8 lieber die Hero 7 Black zugelegt, welche nach wie vor in einem Frame montiert wird. Die Hero 8 besitzt eine integrierte ausklappbare Halterung und kommt ohne Rahmenhalterungen aus; ich jedoch möchte nicht auf einen schützenden Rahmen verzichten. Zudem bestach die GoPro 8 durch eine noch kürzere Akkulaufzeit, Überhitzungsprobleme, keine austauschbare Linse und nur noch einen Slot für Akku und Speicherkarte und keinen Micro-USB-Anschluss mehr. Die GoPro 8 war in meinen Augen alles andere als eine Verbesserung.

GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
GoPro Hero 7 Lieferumfang

4. Spezifikationen

  • Maße (Länge x Breite x Höhe): 62 x 33 x 42 mm
  • Gewicht leer: 92g
  • Gewicht mit Speicherkarte und Akku: 114g
BCE Platzhalter

5. Praxis

Die GoPro 7 ist die letzte GoPro ohne integrierte Halterung, wodurch man weiterhin den schützenden Rahmen als Halterung nutzen kann. Bei der GoPro 8 fällt dieses Ausstattungsmerkmal weg, was zwangsläufig zu mehr Beschädigungen der Kamera führen kann.

GoPro Hero 7 Einbaurahmen
GoPro Hero 7 Einbaurahmen
GoPro Hero 7 Einbaurahmen

Wie auch beim Vorgänger kann man die Lise bzw. das Schutzglas bei Beschädigung ersetzen. Auch dies funktioniert bei der GoPro 8 nicht mehr, und es stellt sich möglicherweise die Frage, ob beim Nachfolger nicht ganz bewusst darauf gesetzt wird, dass dieses Modell dann weniger lange hält.

GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
GoPro Hero 7

Die Menüführung wurde erfreulicherweise übersichtlicher gesteuert, man muss einzelne Einstellungen nicht mehr in zig Untermenüs suchen. Der größte positive Unterschied zur GoPro 6 ist die neue Hypersmooth-Bildstabilisierung, welche erstaunlich viele Bilderschütterungen kompensiert. Dies war’s dann allerdings schon mit den Verbesserungen. Denn diese Bildstabilierung kostet auch sehr viel Batteriekapazität, der Akku hält nun noch kürzer (und dafür wurde bereits der Vorgänger kritisiert).

GoPro Hero 7
GoPro Hero 7

Was im Gegensatz zur Hero 6 optisch auffällt: die Gehäuseklappen, links für Anschlüsse sowie unten für die Batterie, sind schwarz (wie der Rahmen der Linse), während der Rest des Gehäuses dunkelgrau ist. Das wirkt ein wenig billig, als hätte man Produktionsreste anderer Modelle verwendet.

GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
Akkufach
GoPro Hero 7

Die praktische Akkukapazität ist eher bescheiden, selbst bei Nichtgebrauch entlädt sich der Akku außerhalb der Kamera relativ stark. Lädt man den neuwertigen (Original)Akku auf 100%, hat dieser am nächsten Tag nur noch 95-97% Kapazität. Lässt man den Akku länger liegen, entläd er sich entsprechend weiter (nach 4 Wochen nur noch 75%), so dass je nach Länge des Nichtgebrauchs vor jeder Nutzung eine frische Ladung notwendig ist. Genau so wie auch Ersatzakkus unabdingbar sind, möchte man länger als 45 bis 60 Minuten filmen.

GoPro Hero 7
GoPro Hero 7
Anschlussfach

Über die gravierensten Fehler der Kamera hatte ich mich bereits bei ihrem Vorgängermodell aufgeregt, und dies sind leider einige. Bei eingelegtem Akku entleert sich dieser unter Umständen in ein paar Stunden; ein halbvoller Akku kann bereits nach einer Stunde Nichtgebrauch komplett leer sein. Die Gopro ist dann (weiter im ausgeschalteten Zustand) entsprechend warm, als hätte man sie benutzt. Dieses Problem ist weitreichend bekannt, zahlreiche Nutzer beschweren sich darüber. Der Support jedoch schiebt jede Schuld von sich, antwortet mit automatischen Floskeln, und schiebt die Ursache auf fehlerhafte Softwareupdates und/oder Anwendungsfehler. Es ist jedoch völlig egal, ob mit Software 01.8 oder 01.9, oder ob alle Zusatzfunktionen ausgeschaltet sind, oder nicht, das Phänomen bleibt bestehen. Abgesehen davon kauft man sich ja keine Kamera mit angepriesenen Funktionen, um diese dann permanent deaktiviert zu lassen, damit man eventuell ohne sich stark entladenen Akku filmen kann. Weil es offensichtlich auch ein Problem mit teilweise verzögertem Ausschalten gibt (mal schaltet sich die Kamera nach 2 s aus, mal erst nach 7s), dachte ich, es könnte auch daran liegen, und man schaltet sie “einfach” so oft an und aus, bis sie richtig herunter fährt; damit hat es jedoch auch nichts zu tun. Einzige Abhilfe ist, den Akku nach jeder Aufnahme sofort zu entnehmen, womit natürlich auch jedes Mal Zeit- und Datumseinstellungen zurück gesetzt werden (in meinem Fall auf Januar 2016).

Neben diesem gravierensten aller Probleme, welches unter Umständen bis zur Nicht-Nutzung führen und extrem ärgerlich sein kann, schaltet sich die Kamera auch scheinbar wahllos ein, als auch aus (wohlgemerkt ohne aktivierte Zusatzfunktionen wie Sprachsteuerung o.ä.). Zudem friert sie auch gern man ein, so dass sie auf keine Tasten mehr reagiert; auch hier hilft nur der radikale Akkuwechsel.

Auch wer länger in 4K (3.840 x 2.160 Pixel) filmen möchte, wird sein blaues Wunder erleben. Während man mit Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) den Akku problemlos am Stück leer filmen kann, und das danach auch mit weiteren Akkus tun kann, bis die 128GB-Speicherkarte voll ist, bricht die Aufnahme bei 4K bereits nach knapp einer Stunde ab. Die Kamera wird extrem warm, stürzt immer wieder ab, und produziert nur noch unbrauchbaren Datenmüll, d.h. teilweise defekte Dateien. 4K kann man wirklich nur für relativ kurze Aufnahmen nutzen, und je höher die Außentemperatur liegt, desto schneller fällt die Kamera aus.

All diese beschriebenen Probleme treffen auch für meine zweite GoPro7 zu (beide Kameras wurden neu gekauft), sowie auch auf die Gopro eines Freundes; es ist also eine Serien-Problem.

GoPro Hero 7
GoPro Hero 7 montiert auf Halter

Für Fotoaufnahmen sollte man die GoPro gewiss nicht verwenden, die Bildqualität ist in jeder Hinsicht leider sehr schlecht; jedes Smartphone macht bessere Fotos. Keine Tiefenschärfe (starke Offenblende), fehlende Kontraste, starkes Bildrauschen (hohe ISO), und trotz gleichem Motiv zur selben Zeit sieht im Prinzip jedes Foto anders aus. Schon bei nur leicht schwierigen Lichtverhältnissen, dunkeln die stark rauschenden Bilder unverhältnismäßig ab. Zudem ist der Blickwinkel bei Fotoaufnahmen stark gekrümmt bzw. das Bild extrem verzerrt, ähnlich einem Fish-Eye-Objektiv.

Blickwinkel normal
Blinkwinkel weit

Nichts desto trotz nutze ich die Gopro 7 gern für diverse Outdoor-Aktivitäten, denn wenn sie problemlos läuft, entstehen meist gute Aufnahmen.

GoPro Hero Ram  Mount
GoPro Hero Ram  Mount

Auch zum Vloggen nutze ich die GoPro, zusammen mit Audio-Adapter und Gehäuse sowie externem Mikrofon. Allerdings gibt es hier, egal ob mit externem Mikrofon oder ohne, immer mal wieder Tonprobleme. Während der Aufnahme wird der aufgenommene Ton ab und zu schon mal leiser aufgenommen, auch gibt es hin und wieder Geräusche, obwohl es diese im Umfeld nicht gab.

GoPro 7 und externes Mikrofon
GoPro 7 und externes Mikrofon
GoPro 7 und externes Mikrofon

Vergleich GoPro 7: Black vs. White

Der Nachteil des weißen Gehäuses ist zweifellos die höhere Schmutzemfindlichkeit; nach einiger Zeit bildet sich dort eine gelbliche Patina.

GoPro Hero 7 black vs. white
GoPro Hero 7 black vs. white
GoPro Hero 7 black vs. white
GoPro Hero 7 black vs. white
GoPro Hero 7 black vs. white
GoPro Hero 7 black vs. white
GoPro Hero 7 black vs. white

6. Positives

  • kompakt und leicht
  • wasserdicht
  • gute Videoqualität
  • Im Vergleich zum Vorgängermodell arbeitet die Hypersmooth-Stabilisierung deutlich besser und ist die Menüführung übersichtlicher.
  • Im Gegensatz zum Nachfolgemodell kann das Gehäuse noch durch Frames geschützt werden und es kann keine integrierte Halterung abbrechen.

7. Negatives

  • teilweise sich selbstständig rapide entleerender Akku (bei eingelegtem Akku)
  • teilweise keine Reaktion (einfrieren), auch nicht beim Ein- oder Ausschalten
  • nur bis Full-HD stabil, keine längeren Aufnahmen in 4K möglich
  • allgemein hoher Energiebedarf und im Vergleich zu älteren Vorgängermodellen kürzere Akkulaufzeit
  • allgemein nur geringe Akku-Kapazität von theoretischen 1.200mAh
  • schlechte Fotoqualität

8. Fazit

Durch die deutlich bessere Stabilisierung ist die Gopro 7 dem Vorgängermodell bezüglich verwacklungsresistenter Aufnahmen deutlich überlegen. Dem, und der sonst guten Bildqualität gegenüber, stehen allerdings zahlreiche Softwaremängel, die beim Nutzer während des Gebrauchs der Gopro alles andere als Freude aufkommen lassen. Aufgrund mangelnder Alternativen bleibt die Gopro 7, wie auch schon die GoPro 6 leider ein nur schlechter Kompromiss zwischen guter Bildqualtät und einer Menge Ausfällen.

9. Ähnliche Produkte

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