Autor: Dominik
Das Focus Black Hills wurde 1997 als Hardtail-Mountainbike in Deutschland zusammen gebaut, und mir 29 Jahre später von seiner Besitzerin als Geschenk vermacht; zur Wertschätzung habe ich diesen Bericht erstellt.
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1. Produkt
Hardtail Mountainbike
2. Unternehmen
- Focus Bikes GmbH, Rotenwaldstraße 158, 70197 Stuttgart, Deutschland
- gehört zu Focus & Kalkhoff Holding GmbH (49685 Emstek bei Cloppenburg)
- gehört zu Pon Holdings P.V. (u.A. größter europäischer und einer der weltgrößten Fahrradhersteller)
Focus stellt aktuell auch NOCH konventionelle Fahrräder her, der Mutterkonzern Kalkhoff seit ca. 2020 jedoch ausschließlich urbane eBikes. Das Unternehmen legt laut eigenen Aussagen großen Wert auf Nachhaltigkeit, was ich persönlich jedoch als ganz schlechten Witz empfinde, da ein motorisiertes Fahrrad alles anderes als nachhaltig, sondern völlig unnütz Energie- und Rohstoff-verschwenderisch ist (–> siehe Nachhaltigkeitslüge!).
3. Erhalten
- 03/2026
Vielen Lieben Dank an Evelyn, die mir mit diesem Focus Black Hills ihr treues Jugendrad geschenkt, und auch noch persönlich vorbei gebracht hat! Fortan dient es mir als zuverlässiges Gäste- und Kinderbesuchs-Fahrrad.
4. Spezifikationen
- Modell: Focus Black Hills
- Typ: Hardtail Mountainbike
- Modelljahr: 1998
- Gewicht: 13,4kg
- damaliger Neupreis: ca. 1.000,-DM
- Herstellung: Rahmen Made in Taiwan, Fahrrad zusammengebaut in Deutschland
- Rahmen: Größe L, Sitzrohrlänge 50cm, Oberrohrlänge 59cm, Steuerrohrlänge 13cm
- Scott Scale HMX Carbon, Größe L, Steuerwinkel 71°, Steuerrohrlänge 130mm, Oberrohrlänge 600mm, Sitzwinkel 73°, Farbe RC-Team schwarz / gelb / weiß (1.296g)
- Sattelstütze: Pro Max
- Sattel: Velo Crossbow
- Gabel: Rock Shox Jett T2 100mm
- Griffe: Sram Grip Shift
- Lenker:
JD 56cm, 231g–> ersetzt durch: Truvativ Hussefelt 68cm, 311g - Vorbau:
X-TASY 105mm, 175g–> ersetzt durch: Syncros AM, 100mm, 12° - Ahead-Kappe: Tioga
- Spacer: 10mm
- Steuersatz: Tioga
- Innenlager:
- Kurbelgarnitur: SR Suntour XR40 3-fach
- Pedale: Stahl
- Schaltung: 3×8=24 Gänge
- Umwerfer: Shimano
- Schaltwerk: Shimano XT
- Schalthebel: Shimano STX RC
- Schaltaußenhülle:
- Kassette: 8-fach
- Kette:
- Bremsen: Pro Max V-Brakes
- Bremshebel: Shimano STX RC
- Felgen: Ryde Zac 19 (Breite 24mm, Maulweite 19mm, Höhe 17,5mm, ERD 543, Gewicht 580g, gesteckt, AL6063-T6)
- Naben: Shimano STX RC, vorn HB-MC33, hinten FH-MC38A 8s
- Reifen:
Schwalbe Landcruiser Puncture Protection 26×1.9–> Panaracer Duster 26×2.1
5. Ersetzte Komponenten
Bevor Evelyn ein neues Fahrrad erhalten hat, war es ihr Wunsch, das Cockpit des alten Fahrrades etwas höher und bequemer zu haben. Dem bin ich selbstverständlich direkt nachgekommen, und habe mit Hilfe meines Ersatzteillagers gleich am nächsten Tag sowohl einen Vorbau mit etwas mehr Steigung, als auch einen breiteren und höheren Lenker montiert, was das Fahren deutlich entspannter machte.
Lenker
Originaler Flatbar, Länge ungekürzt 56cm, Aluminium verchromt mit Vorbauklemmung 25,4mm, Materialstärke an den Enden 2,6mm, Gewicht 230g.
Ersetzt durch: Truvativ Hussefelt, Klemmung 31,8mm, Länge 68cm, Rise 25mm, Gewicht 311g (+80g).
Vorbau
Originaler Vorbau X-Tasy, Länge 105mm, für 25,4mm Lenkerklemmung, Material Aluminium, Gewicht 175g.
Ersetzt durch Syncros AM, Länge 100mm, Steigung 12° (Bilder folgen).
Reifen
Schwalbe Land Cruiser 26×1.90
Auf Asphalt rollen sie gut, um so schlechter natürlich ist ihre Traktion im Gelände, speziell weiche Untergründe.
Dennoch sind sie erstaunlich robust aufgebaut, und mit 920g pro Stück gewiss kein Leichtgewicht für einen nur „Schlechtwege-Reifen“.
Panaracer Duster II 26×2.10
Die japanischen Panaracer 26×2.10 (vermutlich aus Taiwan, und ähnlich alt wie das Rad selbst) waren für nur 22,-€ inklusive Versand ein absoluter Glücksgriff, und der Verkäufer zudem auch noch sehr nett; üblicherweise wird dieses Modell im Set gebraucht um 40€ angeboten, als NOS-Rarität über 100,-€, und der Vorgänger mit beiger Seitenwand sogar über 150,-€ ! Schwalbe und Panaracer sind mit 50mm beide gleich breit, was mir auch wichtig war.
Front
Rear
Montiert
Auch nach 30 Jahren ließen sich die Japaner immer noch äußerst geschmeidig auf die Felgen ziehen, Werkzeuge waren dazu nicht notwendig (die Schwalbe zuvor saßen noch etwas strammer).
Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich einmal die Laufräder gewogen, und war mal wieder erstaunt, wie leicht man damals noch ohne besonderen Aufwand bauen konnte.
Aufgrund der leichteren Reifen ist das Rad trotz etwas schwererem Cockpit dennoch erst einmal 600g leichter geworden; von 13,4 auf 12,8kg.
Gepäckträger
Für nur 10,-€ (mit Versandkosten 18,-€) habe ich diesen bis 25kg belastbaren gebrauchten Aluminium-Gepäckträger von Author Industries erworben. Aufgrund der mehrfach verstellbaren Gestänge ließ sich er sich recht gut dem Fahrrad anpassen, für die Montage am Rahmen kamen M5 Edelstahlschrauben zum Einsatz (die Gestänge am Träger besitzen 6mm Schrauben).
Der Gepäckträger soll u.A. zum Sammeln von Brennholz dienen, und zu diesem Zweck auch noch zwei Seitentaschen erhalten; aufgrund maximaler Flexibilität für potentiell längere Äste jedoch keinen Korb, sondern nur zwei Zurrgurte.
Interessanterweise wiegt das Fahrrad nach meinen Modifikationen (Vorbau, Lenker, Reifen, Gepäckträger), und aufgrund der zuvor schwereren Reifen, nur ca. 100g mehr als im Originalzustand.
6. Erhaltungszustand
Die Rock Shox Jett T2 Federgabel besitzt ähnlich wie ihr Vorgänger die Rock Shox Indy zwei Stahlfedern sowie zur Dämpfung Elastomere, ist als einfache „trockene“ Federgabel also vergleichsweise wartungsfreundlich und äußerst langlebig. Gewiss keine Gabel für härteres Gelände, aber doch ausreichend für Straßen und leichte Feldwege. Die Felgenbremsen sind als V-Brakes ausgeführt, was sowohl eine hohe Bremskraft als auch eine einfache Wartung ermöglicht.
Der Rahmen besteht aus höherwertigem Aluminium 7005, und wurde vermutlich in Taiwan geschweißt, das Rad dann in Deutschland zusammengebaut.
Der Antrieb ist ein Mix aus verschiedenen Komponenten, von denen die verbaute SR Suntour XR40 Kurbel einer Shimano STX RC FC-MC40 weder technisch noch optisch in nichts nach steht.
Shimano STX RC Naben waren von 1995 bis 1999 die Vorgänger der Shimano Deore, und der Nachfolger der Shimano Exage (mein erstes Scott Tonapah von 1993 besaß diese noch).
Auf den belgischen Ryde 19 Hohlkammerfelgen sind Schwalbe Landcruiser Reifen im Format 50-559 (26×1.9-2.0) aufgezogen; ein Reifen für eher straßenorientiertes Fahren mit entsprechend dürftiger Geländetauglichkeit.
Das neue Cockpit sieht für damalige Verhältnisse etwas gewöhnungsbedürftig aus, fährt sich aber deutlich angenehmer als der flache tiefe Rennrad-ähnliche Flatbar, dessen Kontrolle im Gelände eher dürftig bis auch teilweise gefährlich war.
Als kultig darf man durchaus die Grip Shift Schlatung bezeichnen, deren Vorteil darin liegt, dass man mehr Gänge mit nur einer Handbewegung intuitiv schalten, vor allem den vorderen Umwerfer den Kettenblättern in feineren Stufen anpassen kann (hinten ist die Varianz enger); nachteilig ist unbeabsichtigtes Schalten, nicht gleichzeitig mögliches Bremsen, sowie die eingeschränkte Positionierung des Bremsgriffes.
7. Probefahrt
An einem sonnigen Sonntag habe ich zusammen mit Ilai eine 30km Probefahrt über die Elbauen unternommen, und hatte eine Menge Freude mit dem guten Rad. Leicht, wendig, robust, und zuverlässig, was will man mehr?!
8. Geplante Modifikationen
- Federgabelwartung (Elastomere ersetzen?)
bessere XC-Reifen 26×1.9 (z.B. Panaracer)stabiler Alu-Gepäckträgermit Gepäcktaschen- eventuell Bar Ends bzw. Lenkerhörnchen? (Grip Shift-abhängig)













































































































