Schlag-Rattenfalle (auch für Mäuse)


Autor: Dominik

Gegen die Verwendung von teuren und schädlichen Giften, sowie zur Vermeidung von unnützem Leiden von Tieren, schildere ich in diesem Beitrag meine gezielte Vorgehensweise für eine ethisch vermeintlich bessere, und in jedem Fall aber klügere, sowie auch erfolgreiche Jagd auf schädliche Nager im Haus.

Die in diesem Beitrag abgebildeten toten Tiere dienen nicht dem Voyeurismus oder irgendeinem anderen kranken Hobby, sondern sollten einzig die Funktionsweise der Falle veranschaulichen. Dass Hersteller nicht die Folgen ihrer Produkte abbilden, nämlich den Tod von Tieren, und dadurch auch kein Bewusstsein für den Umgang mit diesen entwickelt wird, ist schon verwerflich genug.

Meine Webseite ist komplett werbefrei, meine Arbeit unabhängig, sämtliche Informationen stelle ich Ihnen uneigennützig nach bestem Wissen und Gewissen kostenlos zur Verfügung. Mit einer Spende helfen Sie mir, Ihnen zu helfen, und unterstützen meine Tätigkeiten. Vielen herzlichen Dank!

Video zum Beitrag
Infektionskrankheiten
Meine Erkrankung

1. Produkt

Schlagfalle zum Töten von Ratten und Mäusen

2. Vorwort

Schäden

Ratten und Mäuse verderben durch Fraß, Kot und Urin nicht nur Lebensmittel, sondern sind auch Wirte für Bakterien, Viren und Würmer w.z.B. Borrelien, Typhus, Cholera, Ruhr, Nagerpest, Tuberkulose, Trichinose, Leptospirose, Maul- und Klauenseuche, Hanta-Virus, Fadenwürmer, etc.

Ratten können sich durch ein nur 2cm schmales Loch zwängen, in senkrechte Abwasserrohren mehrere Etagen hoch klettern, bis zu 5 Minuten lang unter Wasser tauchen und bis zu 1m weit/hoch springen, und in jedem ihrer bis zu 3 Lebensjahren ca. 1.000 Nachkommen zeugen.

Speziell bei mir im Wald (Übergang Feldsaum-Wald) verursachen verschiedene Nager erhebliche Schäden. Wühlmäuse und Maulwürfe zerstören meine Obst- und Gemüseernte, während zahlreiche andere Mäusearten Schäden am und im Haus verursachen: Holzwände werden durchgenagt (Folge: noch mehr Tiere kommen ins Haus), die Dachisolierung zerstört (Folge: undichtes Dach), es stinkt nach Urin, es werden Nahrungsmittel angefressen, und ich hatte bereits lebensgefährliche Infektionskrankheiten welche wahrscheinlich durch Nager übertragen wurden.

Die Jagd auf (meist) Mäuse und (selten) Ratten ist eine zwingend notwendige sowie auch ständige Arbeit, da immer wieder neue Tiere kommen, der Bestand allenfalls kurzzeitig einbricht, das Haus jedoch nie komplett Nagerfrei sei kann (typisch für ein Leben im Wald).

Mentalität

Die Jagd auf diese Tiere übe ich jedoch nicht mit einer Abneigung oder gar einem Hass, sondern mit Verständnis und Verantwortung aus. Deshalb lehne ich die Verwendung von quälenden Giftködern als unethisch ab, zumal diese im Dauerbetrieb auch deutlich teurer wären. Für die Jagd auf Ratten und Mäuse sind mir folgende Punkte wichtig:

  • Die Beute kennen lernen, dafür zuerst beobachten, um dann gezielt und damit auch erfolgreich jagen zu können. Dies bedingt als Jäger natürlich auch zu den Aktivitätszeiten der Beute aktiv zu sein, d.h. auch mal Nachtschichten zu absolvieren.
  • Lebend- oder Todfang ohne Schönrederei, und entsprechend der Umgebungsbedingungen gesamtheitlich abwägen. Ein Lebendfang ist für das Tier nicht nur mit Stress verbunden, in vielen Situationen ist er vor allem auch sinnlos.
  • Konsequente Vermeidung von schädlichen und quälenden Giften. Jagd hat immer etwas mit Heimtücke zu tun, sollte jedoch möglichst schmerzfrei sein, und auch gezielt nur die Beute ohne Kollateralschäden betreffen.
  • Für einen sofortigen Tod nur Schlagfallen mit sehr hoher Federspannung verwenden. Kein Tier darf sich quälen, der Tod muss zwingend gleich eintreten.
  • Fallen ständig und in kurzen Abständen kontrollieren, nie länger unbeaufsichtigt lassen. Es kommt immer mal wieder vor, dass die Falle nicht sofort tötet, und dann sollte dies SOFORT vom Verantwortlichen übernommen werden (man hört das Auslösegeräusch auch 10mweit durch eine Wand).
  • Kadaver je nach Standort mit Verstand entsorgen, und Fallen von Blut und Urin sauber halten.

3. Produkt

  • 12/2024: 5 Fallen für ca. 15,-€
  • Gardigo, Tevigo GmbH, Raiffeisenstraße 20, 38159 Vechelde

Nachdem ich zuvor bereits viele alte Schlagfallen meist aus Holz verwendet habe, und diese mittlerweile auch verschlissen waren, wurde es Zeit für ein paar neue Fallen. Als einzige abwaschbare mit stärkerer Feder fiel mir das Schlag-Rattenfallen 5er-Set von Gardigo auf.

Das Unternehmen bietet aber leider auch besonders unnötige Tierquälende, wie auch gesetzlich illiegale Tierabwehrprodukte an w.z.B. Ultraschlall-Hunde- und Katzenvertreiber sowie Dornengitter, Wasser-Tierabwehr und Fluginsekten-Vernichter. Die Verwendung solcher Produkte ist aus guten Gründen teilweise gesetzlich verboten, auch weil dadurch viele andere Tiere unnötig geschädigt und/oder getötet werden.

Bei der Schlagrattenfalle positiv ist der abgekapselte Köderbereich, so dass man den Köder dort fest einklemmen kann, ohne dass dieser dadurch den Rest der Falle verschmutzt.

Als besonders praktisch im Einsatz hat sich der im gespannten Zustand gelb markierte Bügel erwiesen, so dass man die Bereitschaft der Falle (gespannt oder ausgelöst) auch von weitem und/oder bei schlechten Lichtbedingungen in dunklen Ecken gleich erkennen kann. Der Auslöser ist sicher spannbar, und dennoch sensibel genug zugleich.

4. Köder

Wie mir von vielen Seiten zugetragen wurde, kursiert im Internet als vermeintlicher Tip zum besten Anlocken die Verwendung einer bekannten Nuss-Nougat-Creme, mit welcher man die Falle gut befüllen sollte. Mal abgesehen davon dass dies eine enorme Sauerei sein muss, und dieser Köder nach einiger Zeit nicht mehr wiederverwendbar ist, dürfte dieser tatsächlich dumme Ratschlag wahrscheinlich vom Hersteller dieser Nahrungsmittels selbst stammen. Aus gleich mehreren Gründen kann ich von der Benutzung flüssiger oder klebriger Nahrungsmittel nur abraten!

Die altbewährten Mittel sind meiner Erfahrung noch immer die erfolgreichsten. Von altem Käse hebe ich grundsätzlich die Rinde auf, und lagere sie je nach Gebrauch in Kühl- oder Tiefkühlschrank. Dann scheide ich ein 1cm kleines Stück ab, und stecke es mit Druck fest in das Köderfach der Falle (es darf auch beim Schütteln nicht rausfallen!), so dass der Nager wirklich daran nagen muss, es also nicht heraus ziehen kann, und damit zwangsläufig den Auslöser betätigt.

Mit solch einem fest eingespannten Stück Käse kann man gleich mehrere Tiere fangen, i.d.R. ca. 10 Stück. Bei ca. 10% der Kontakte kommt es dennoch vor, dass der Köder mal geklaut wird, weil die Tiere natürlich vorsichtig sind, und es manchmal bewusst oder unbewusst vermeiden den Auslöser zu berühren.

5. Vorgehen

Zeiten

Die Fallen werden nur dort ausgelegt, wo auch die Beute lang geht, und auch erst kurz vor deren Aktivität. Ich lege die Fallen nicht aus, wenn andere Tiere aktiv sind, die sie auslösen könnten, und stelle sie auch nicht dort auf, wo z.B. ein Igel oder gar mein Hund aus Versehen drüber laufen könnte (der war bisher klug genug sich fern zu halten).

Weil ich meine Umgebung und deren Tiere kenne (dies ist prinzipiell mein Anspruch!), liegt die Fehlerquote deutlich unter 2%; einige wenige Garten- und Waldspitzmäuse hatten leider außerordentliche Laufzeiten.

Leeren

Eine mit totem Tier ausgelöste Falle sollte umgehend entfernt werden, damit andere Tiere dieses nicht sehen, und dadurch gewarnt sind. Dies könnte weitere Fangerfolge erheblich reduzieren, vor allem bei entsprechend intelligenten Nagern.

Ich habe bereits auf der Veranda eine Ratte beobachtet (nachts durch das Fenster), die tatsächlich gewartet hat, bis eine Maus in die Falle gegangen ist, sich dann ca. 30 Sekunden später der in der Falle toten Maus genährt hat, erst den Köder weites gehend aus der Falle gefressen, und dann auch noch versucht hat die Falle samt toter Maus wegzuschleppen. In diesem Moment bin ich dann eingeschritten, und habe die Falle entfernt. Die Ratte habe ich allerdings erst einige Tage später mit einer List fangen können. Ich habe zwei ungespannte Fallen mit Ködern besetzt, und diese bewusst von der Ratte fressen lassen; am nächsten Tag wieder, und dann erst habe ich die Fallen gespannt; das war ihr sofortiges Todesurteil.

Deshalb ganz wichtig: Fallen immer zeitnah kontrollieren, d.h. mehrfach täglich! In der Hauptaktivitätszeit nachts schlagen die Fallen bei mir im 10 Minten-Rhythmus aus; bis zu zwei Stunden lang bin ich dann nur am permanenten entleeren!

Außerdem habe ich immer einen dicken Holzbalken griffbereit zu stehen (12x12cm, 120cm lang); für den Fall, dass ein Tier den Schlag der Falle schwer verletzt überlebt, nehme ich es zügig aus der Falle (Lederhandschuhe tragen!) und erschlage es sofort mit dem Balken (senkrecht in den Boden gestampft = platt); dieser Vorgang dauert insgesamt weniger als 10 Sekunden. Solche Fälle sind mit weniger als 5% Auftreten zwar selten, lassen sich jedoch trotz großer Umsicht leider nicht gänzlich vermeiden.

erschlagene Maus
Man erkennt den gut 3cm tiefen quadratischen Abdruck des Kantholzes. Die Maus ist förmlich aufgeplatzt und war sofort regungslos platt, der Tod also höchstwahrscheinlich völlig schmerzfrei.

6. Fänge

Die Wanderratte (Rattus norvegicus) hat im Vergleich zur grauschwarzen Hausratte (Rattus rattus, Dachratte, Schiffsratte, zahlreiche Unterarten) eine stumpfere Schnauze, kleiner Ohren, und ihr Fell ist oben graubraun bis grauschwarz, unten grauweiß, genau so ihr dickerer Schwanz. Eigentlich lebt sie in Wäldern und Buschland mit Wassernähe, in der Zivilisation u.A. aber auch gern in Abwasserkanälen. Ratten sind Allesfresser, Dämmerungs- und Nachtaktiv, und passen ihre Aktivität meist auch menschlicher Abwesenheit an. Kotgröße 12-18 x 5-6mm.

Wanderratte

Die 7-12cm (Schwanz 6-10cm) lange Brandmaus (Apodemus agrarius) besitzt rotbraunes Fell mit einem auf dem Rücken mittigen schwarzen Allstrich, und besiedelt Waldränder, Gebüsche, feuchte Wiesen und Parkanlagen; sie ist Tag- und Dämmerungsaktiv.

Brandmaus
Mäusefalle
ungünstig getroffen, aber dennoch schnell tot
Rattenfallen
Fangergebnis weniger Tage

7. Positives

  • der Fang ist sofort erkennbar, und kann umgehend entsorgt werden (Im Gegensatz bei Verwendung von Giftködern, wo man nie weiß was man wann getötet hat, und wo der Kadaver verwest und dadurch wieder andere Tiere anlockt)
  • ausreichend hohe Schlagkraft für Mäuse und Ratten
  • gut sichtbare gelb markierte Schlagklappe
  • abgekapselter Köderbehälter
  • zwei Löcher als Befestigungsmöglichkeit für einen Draht gegen Verschleppen der Falle
  • einfach und sicher zu spannen
  • sensible Auslösung
  • leicht zu reinigender Kunststoff

8. Negatives

  • eine geringe Anzahl an Tieren wird durch nicht zielgenaues Zuschlagen bzw. zu spätes Auslösen leider nicht sofort getötet
  • Spannfeder korrodiert im Laufe der Zeit, besonders bei direkter Nässe
  • schlechter Ratschlag des Unternehmens, Nuss-Nougat-Creme zu verwenden
  • ethisch fragwürdige und tierquälende andere Produkte des selben Unternehmens

9. Fazit

Klassische Schlagfallen sind für den Tierschutz Giftködern vorzuziehen, erfordern allerdings auch eine entsprechend korrekte Umgangsweise; nicht nur um unnötiges Leid zu vermeiden, sondern auch um nachhaltig erfolgreich zu bleiben.

Bei korrektem Umgang und intensivem Einsatz kann eine schädliche Nagerpopulation in wenigen Tagen bis Wochen deutlich reduziert werden. Ganz vermeiden lässt sie sich unter Umständen (z.B. bei mir im Wald) jedoch nicht, und mit ein paar Tieren die keinen großen Schaden anrichten kann man durchaus in gegenseitigem Frieden tolerant leben (ein-zwei Mäuse unter dem Fußboden stören zumindest mich nicht).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert