Autor: Dominik
Hersteller-unabhängiger Vergleich zwischen den üblichen Verpackungen für Hunde-Nassfutter aus Weißblech (Dose) und Kunststoff (Rolle), mit Blick auf deren Lagerung und Nutzung, sowie auch Wiederverwendbarkeit.
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1. Vorwort
Der Grund warum ich damals überhaupt angefangen habe, Trockenfutter zu füttern (unbekannt in der DDR), waren nicht etwa Zeit und Kostenersparnis zu Hause, sondern meine Touren, auf denen es nicht immer möglich war, den Hund zweimal täglich angemessen frisch zu füttern. Trockenfutter war deutlich einfacher als auch sicherer im Umgang, und unterlag zudem keinen offiziellen Ein- und Ausfuhrbeschränkungen an den Ländergrenzen. Ansonsten überwiegt bei mir die Fütterung mit frisch zubereitetem bzw. Selbstgekochtem, sowie auch fertigem Nassfutter (oft im Mix), auch weil die Qualität der einstmals selbst höherwertigen Trockenfuttersorten mittlerweile äußerst fragwürdig geworden ist.
2. Dose
Die Vorteile einer Dose liegen auf der Hand: sie ist stabil, und kann damit gut gelagert, einfach transportiert, und mit einem Löffel leicht und für den Anwender auch sauber entleert werden. Faltet man sie jedoch anschließend nicht zusammen, entsteht schnell ein massives Müllvolumen, und unabhängig vom Volumen ist Metall natürlich entsprechend schwer. Für das Recyceln ist zwar ein hoher Energiebedarf notwendig, dafür lässt sich dieses Metall aber auch zu ca. 95% endlos wiederverwenden. Die Papierbanderole (welche ich zur Entsorgung grundsätzlich immer entferne!) stellt nirgendwo ein nennenswertes Problem dar.
3. Rolle
Der Vorteil einer Kunststoffrolle liegt bei dem, im Vergleich zum Metall, dreifach geringeren Gewicht und Abfallvolumen. Dafür allerdings ist der Umgang mit diesem weichen Kunststoff weniger einfach. Beim Transport muss man Acht geben, denn das Beschädigungsrisiko ist deutlich größer, und bei der restlosen Entleerung saut man sich mitunter die Hände ein. Auch die Wiederverwendbarkeit nach dem Recyceln ist, im Vergleich zu Metall, nur beschränkt.
Entleeren
Aufschneiden kann man solch eine Futterrolle auf verschiedene Art und Weise, die sauberste Lösung jedoch ist ein Schnitt in der Mitte quer zur Länge, und dann einfach die Enden auseinander ziehen, das alles natürlich direkt im Futternapf. Somit hat man dann auch noch die Möglichkeit, die Reste aus beiden Kunststoffhälften heraus zu kratzen, denn je nach Sorte lagern sich hier u.A. die wichtigen Fette ab (bei Dosen im Boden). Wie bei einer Dose, erspart man sich auch hier nicht die Benutzung.
Gewichte
Lagerung
Undichtigkeiten
Direkt vom Hersteller zugeschickt, lag diese Rolle zusammen mit anderen im Karton, welcher bereits von innen mit Flüssigkeit fettig war. Die Undichtigkeit kam hier durch eine winzige Beschädigung des Kunststoffes.
In einem anderen Fall (selber Hersteller) wurde ein längeres Stück Fleisch (vermutlich Magen) mit in den Verschluss eingequetscht, wodurch auch dieser nicht einwandfrei dicht war.
Die dickere der beiden Rollen (selbe Sorte) war zwar dicht, musste jedoch während des Verpackens zusätzlich Luft bekommen haben, so dass sich diese dann später gefährlich aufblähte (Lagerung im Sommer bei 25°C). Beim vorsichtigen Anschneiden trat nicht, wie sonst üblich Fleischsaft, sondern zuerst eine ganze Menge Luft aus.
4. Dose vs. Rolle
Im Vergleich kostet eine Rolle bei gleicher Futtersorte und selbem Inhaltvolumen ca. 0,30€ mehr als eine Dose.
| Kriterium | Dose | Rolle |
|---|---|---|
| Material | Weißblech (0,12mm kaltgewalzter Stahl mit Zinn-Beschichtung) | Kunststoff (Thermoplaste w.z.B. Polyethylen PE oder Polypropen PP) |
| Leergewicht bei 800g Volumeninhalt | 104 g (100g Metall, 4g Papier) | 37 g (22g Kunststoff, 15g Papier) |
| Verschluss | sicher verpresster Metalldeckel, i.d.R. zum Aufreißen per Lasche | an den Enden zwei verpresste Metallspangen (weniger zuverlässig, z.B. durch Verschlussfehler) |
| Dichtheit | 100% luftdicht und sicher verschlossen, kein Geruch des Inhaltes von Außen wahrnehmbar. | die geschnittenen offenen Endlos-Enden des Kunststoffschlauches enthalten auch immer Futterreste, d.h. die Wurst riecht mitunter auch von außen (mindestens für Tiere) |
| Transport | unproblematisch, da sehr stabil | mit Vorsicht zu genießen, da Beschädigungs-anfällig auf Druck und scharfe/spitze Gegenstände |
| Lagerung | praktischer, da stabil stapelbar | umständlicher, da nur instabil übereinander liegend |
| Haltbarkeit laut MHD | 2-3 Jahre | 1 Jahr |
| Entleerung | einfacher und sauberer, da festes Gebinde | mühsamer, und bei restloser Entleerung auch „schmutziger“ |
| Portionierung | unproblematisch, da Dose mit Kunststoffdeckel wiederverschließbar | zusätzliches Gefäß zum Verstauen der geöffneten Rolle notwendig |
| unterwegs in der Wildnis | Vorteile: luftdicht, stabil und vergleichsweise einfaches Entleeren möglich, zudem notfalls auch alternativer Behälter Nachteile: 800g müssen zwingend mit einmal verfüttert werden, der Deckel ist schrafkantig, Müllvolumen- und Gewicht sind größer | Vorteile: entleert deutlich geringeres Müllvolumen- und Gewicht Nachteile: nicht Geruchs-dicht verschlossen, hohe Beschädigungsgefahr, unsauberes Entleeren |
| Entsorgung in der Gelben Tonne | nimmt mehr Volumen sowie auch ein höheres Gewicht in Anspruch | kompakter und leichter |
| Nachhaltigkeit | Weißblech kann zu 95% recycelt, und ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden, was ca. 60% Energie spart, dennoch ist dieser Vorgang sehr Energieintensiv (pressen, schmelzen bei 1.600°C, gießen zu Brammen, walzen bei 1.200t Druck); und etwas weniger effizient als beispielsweise bei Glas (100% recycelbar, 1.200-1.500°C schmelzen) | Sortierte Kunststoffverpackungen können recycelt werden, allerdings ist das je nach Trennverfahren und durch Schmelzen entstandene Granulat nicht uneingeschränkt wiederverwendbar, d.h. kann nur noch für bestimmte Produkte benutzt werden (z.B. Rohre, Getränkekästen, Folien), und wird daher auch oft zur Wärmeerzeugung verbrannt. |
5. Fazit
Die große Masse des Hunde-Nassfutters wird von den Herstellern in Dosen verpackt, und bei genauer Betrachtung der jeweiligen Vor- und Nachteile, macht dies in den allermeisten Fällen auch tatsächlich Sinn. In nur sehr wenigen Ausnahmen, wo das geringere Entsorgungsvolumen auch wirklich eine entscheidende Rolle spielen würde, könnte eine Rolle aus Kunststoff die eventuell bessere Wahl sein, ansonsten überwiegen, im Vergleich zur Dose, klar deren Nachteile. Zumindest für den Anwender, denn Vorteile bieten umweltschädlichere Kunststoffverpackungen im Kapitalismus vor allem der Wirtschaft und Industrie (siehe PET- statt Glasflaschen etc.).



































