Touren FAQ


Autor: Dominik

1. Meine Touren

Üblicherweise veranstalte ich Solo-Touren, d.h. ich manage und betreue mich, sowie meine Ausrüstung, selbst. Nicht alle meine Touren folgen einer festen Terminschiene, die Natur ist kein Bahnhof, Wildnis schon gar nicht. Lieber investiere ich bei z.B. unpassendem Wetter ein paar Tage mehr Zeit vor Ort, als ein anvisiertes Ziel überhaupt nicht erreichen zu können. Denn nicht selten ging der Tourplanung ein relativ großer Aufwand voraus, und nicht immer hat man die Möglichkeit, vielleicht später ein zweites Mal zu dem Ort zurück zu kehren, oder aber, dann sind die Umstände möglicherweise noch ungünstiger. Meist plane ich ein gewisses Zeitpolster mit ein, manchmal jedoch genügt auch dies nicht. Zudem verlangen meine Touren nicht nur nach physischen, sondern vor allem auch mentalen Belastungen. Bei einer Expedition denken viele zuerst an Gefahren in der Fremde, tatsächlich jedoch ist vor allem der Mensch selbst sein größtes Problem. Nicht jeder kommt damit zurecht, unter Umständen mehrere Wochen lang keinem anderen Menschen zu begegnen, oder gar per Telefon oder Internet Kontakt zu anderen zu halten. Schon länger geht es nicht nur mehr um die Angst, vor Ort allein zu sein, sondern auch vermeintliche online-Freunde durch ausbleibenden Smartphone-Kontakt zu verprellen. Derartige Belastungen wiegen oftmals schwerer, als das Ausbleiben eines geordneten Tagesrhythmus oder der lang ersehnten heißen Dusche. Manchmal jedoch, bei weniger herausfordernden Unternehmungen, oder aber besonders abenteuerlustigen Menschen, toure ich auch schon einmal in Begleitung; entweder bereits von Tourbeginn an, oder man hat sich zufällig irgendwo unterwegs gefunden. In solchen Fällen achte ich besonders auf Ruhe der überschaubar kleinen Gruppe, um jegliche unnütze Störung unserer Umgebung zu vermeiden. Mit mehr als 8 Personen inklusive mir selbst war ich in diesem Zusammenhang noch nie unterwegs, und habe es auch in Zukunft nicht vor. 4-5 sind eine gute Gruppengröße, zu zweit jedoch gibt es erfahrungsgemäß die wenigsten Probleme (Hunde nicht mitgezählt). Ich möchte keinen Massentourismus fördern, und als Tourist fühle ich mich auch nicht (schon gar nicht wohl), eher als ein Teil der besuchten Region, welcher ich für ihre Gastfreundschaft danke.

2. Tour-Charakter

Für den Fall, dass mich Mitreisende auf meinen Touren begleiten können und möchten, habe ich diese Unternehmungen mit entsprechenden Icons versehen, welche den allgemeinen Charakter der jeweiligen Tour veranschaulichen. Der jeweils angegebene Schwierigkeitsgrad ist immer Tour-durchschnittsbezogen, natürlich kann es auch einmal kleine Abweichungen davon geben. Einige dieser beschriebenen Touren sind sogar kinder- und hundefreundlich, d.h. mitunter auch geeignet für Kinder, welche sich bei Outdoor-Aktivitäten wohl fühlen, als auch geeignet für sportliche und sozial gut verträgliche Hunde.

Charakterleichtmittelanspruchsvoll
Eignungfür Anfänger geeignetfür Ambitioniertefür Erfahrene
Ampel-Kennzeichnungo o o / grüno o o / gelbo o o / orange
Fitness-LevelEs sind keine besonderen Fähigkeiten erforderlich, Du wirst ohne Einschränkung allen alltäglichen Anforderungen gerecht. Du bist zwar nicht besonders fit, liegst aber auch nicht permanent auf der Couch.Im Alltag nutzt Du lieber Treppe/Rad anstatt Fahrstuhl/Auto, und erfreust Dich an ausreichend körperlichen Aktivitäten an frischer Luft, Du bist relativ fit. In Zahlen: >150W auf dem Belastungs-EKG.Zu Deinem Leben gehört vor allem die Ausübung sportlicher Hobbies bzw. ein regelmäßiges intensives körperliches Training. In Zahlen: >220W auf dem Belastungs-EKG.
zu Fuß
(festes Schuhwerk)
ausgeschriebene Wanderwege, Feld-, Wald- und Wiesenwege, Ebene bis Mittelgebirge, leichte Wanderschuhe genügen, ich empfehle halbhohe Stiefelunbefestigte Wege, Waldwege mit Wurzelwerk, typische auch längere Mittelgebirgssteigungen, moderate Kletterstiege, leichtes Trekking, festes Schuhwerk und Trittsicherheit notwendigunbefestigte bis gänzlich fehlende Wege (querfeldein) und schmale Pfade mit Hindernissen (auch Bäche/Flüsse) und dichter Vegetation, technisch anspruchsvolle Klettersteige, Mittel- bis Hochgebirge, längeres Trekking, robuste Stiefel der Kategorie B/C notwendig, ich empfehle gute Trekkingstöcke
mit dem MTB (Helmpflicht)befestigte sowie einfache Schotter- und Waldwege, leichte Steigungen, mäßige Abfahrten, geringe Fahrtechnik erforderlichunbefestigte Wege, gröbere Schotter- und Waldwege mit Wurzelwerk, mittlere Steigungen, schnelle Abfahrten, gute Fahrkenntnisse notwendigunbefestigte Schotter-, Stein-, und Waldwege mit großen Wurzeln und Felsblöcken, starke Steigungen und Gefälle, rasante Abfahrten mit scharfen Kurven, schmale Pfade, spezielle Trails und Pisten, hohe Fahrsicherheit notwendig
mit dem Boot
(Westenpflicht)
ruhige Binnengewässer bzw. Seen und Flüsse bis WWI, einfache Paddel genügen meistgroße Seen, breite als auch schnell-fließende Flüsse, WWII, Meeresküsten, ich empfehle robuste Touren-/Expeditionspaddeloffenes Meer ohne direkte Ufernähe, alpine Wildwasserflüsse, WWIII, Kenntnisse in Rettungs- und Überlebenstechniken sowie entsprechende Ausrüstung sind notwendig
mit dem 4×4
(Führerscheinpflicht)
unbefestigte Wege mit kleineren Steinen, einfache Bergpassagen, flache Wasserdurchfahrten, Fahrzeugkontakt mit Vegetation kann nicht ausgeschlossen werden, AT-Bereifung ist ausreichendunbefestigte Wege und Pisten mit Steinen oder großen Hindernissen, normale Bergpassagen mit leichtem Geröll, mögliche Flussfurten, Fahrzeugkontakt mit Ästen und Zweigen, Differentialsperre(n) empfehlenswert, je nach Tour und Fahrzeug gute AT-Bereifung oder MT-Bereifung und fahrerisches Geschick sind notwendigextreme Geländesituationen mit schwierigen Verschränkungspassagen, tiefe Löcher, steile Bergpassagen, tiefe Flussfurten mit grobem Stein und Fels, extreme Vegetation wie tiefe Wälder mit Sumpfpassagen oder weite Wüsten mit Dünenfahrten, große Bodenfreiheit, Differentialsperren und gut profilierte MT-Bereifung sind notwendig, eine Winde ist von Vorteil und teilweise auch notwendig
Charakter meiner Touren

3. Unterkünfte

Vorrangig verbringe ich die Nächte fernab der Zivilisation, und je nach Tour und Reisefahrzeug unter freiem Himmel, im Expeditionszelt, oder auch mal direkt im, unter oder auf dem Fahrzeug. Abhängig vom jeweiligen Land sowie eventueller Zivilisationsnähe übernachte ich auch in landestypischen Unterkünften; dies kann vom einfachen Gästehaus mit Gemeinschaftsdusche bis hin zum Hotel mit eigenem Bad reichen. Tourteilnehmer sollten also eine Affinität zu Übernachtungen in der Wildnis haben, und allgemein anspruchslos an Unterkünfte sein; schicke Hotels werden ausschließlich bei notwendigem Aufenthalt in Großstädten bezogen.

4. Verpflegung

Aufgrund meiner zeitlichen als auch räumlichen Freiheit sind meine Touren, abgesehen von einigen wenigen Restaurantbesuchen, reine „Selbstversorger-Touren“. Lebensmittel werden also so frisch wie möglich vor Ort eingekauft, und entsprechend den Gegebenheiten der Outdoorküche ebenfalls so frisch wie möglich zubereitet. Dabei kann jeder selbst entscheiden, was er oder sie essen möchte, gemeinsame Absprachen haben sich bewährt. Bei längeren Expeditionen ohne Versorgungsmöglichkeiten muss ich jedoch oft auf Fertiggerichte zurückgreifen, bei Trekkingtouren durch die Wildnis sowieso. Folgendes System hat sich bewährt: wer an den Mahlzeiten teilnimmt, beteiligt sich auch unaufgefordert bei deren Zubereitung, als auch der anschließenden Geschirrreinigung. Neben dem Abendessen ist vor allem ein ausgewogenes Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. Unterwegs macht es nicht immer Sinn, eine Mittagspause einzulegen, allein schon um das wertvolle Tageslicht auszunutzen. Der kleine Hunger zwischendurch wird also mit schnellen Snacks besiegt, verhungert ist in meiner Gegenwart noch niemand. Von regelmäßigen Mahlzeiten zu festen Uhrzeiten, d.h. den üblichen Zwängen des Alltags sollte man sich also rechtzeitig verabschieden; eine Expedition ist kein Clubhotel. Eventuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder ähnliche Einschränkungen sollten rechtzeitig bekannt gegeben werden; ärztliche Hilfe kann mitunter weit entfernt und sehr kostspielig sein.

5. Wasser

In meinem Fernreisefahrzeug führe ich in der Regel Trink- und Brauchwasser mit, je nach Tour und Klimaregion können die täglich zur Verfügung stehenden Wassermengen jedoch relativ unterschiedlich ausfallen. Während ich mir in einigen Ländern weniger Sorgen um die Verfügbarkeit von Trinkwasser machen muss, und dies bei Bedarf auch ohne großen Aufwand reinigen kann, besteht in anderen Regionen Rationalisierungsbedarf. Kostbares Trinkwasser wird dort also grundsätzlich weder für hygienische Zwecke noch zum Reinigen von Gegenständen verwendet. Mindestens eine stabile und ausreichend große Trinkflasche (mindestens 1Liter) ist auf jeder Tour Pflicht. Wer Niederschlags-, Oberflächen- oder Grundwasser entkeimen möchte, sollte dafür eigene Mittel bei sich führen, welche er oder sie auch verträgt, d.h. zuvor ausreichend getestet hat.

6. Unwägbarkeiten

Je nach Tour gibt es ein sehr unterschiedliches Verhältnis von On- und Offroad. Die Beschaffenheit von Nebenstraßen und insbesondere Offroad-Strecken unterliegt dem Einfluss der Naturgewalten, und damit einem ständigen Wandel. Starke Niederschläge, Stürme und natürliche Erosion können ansonsten leicht befahrbare Straßen unpassierbar machen. Ausgetrocknete Flussbetten können sich schnell und unvorhersehbar füllen, kleinere Flüsse, die sonst mühelos durchwatet werden, können nach starken Regenfällen für kurze Zeit unpassierbar werden. Da ich weder das Wetter beeinflussen kann, noch unnötige Risiken eingehe, ändere ich bei Bedarf den eigentlichen Plan der Tour kurzfristig; es führen immer mehrere Wege nach Rom. Dies gilt selbstverständlich auch bei Schäden, Verletzungen, Krankheiten, politischen Krisen, behördlicher Willkür und sonstigen Unwägbarkeiten, welche im Extremfall bis zum Abbruch der Tour führen können. Meine Routen sind immer so gewählt, dass sie von jedem trainierten und ambitionierten Fahrer gemeistert werden können, grundsätzlich sollten ebenso alle Etappenpunkte sicher und zur vollsten Zufriedenheit eventueller Mitreisender erreicht werden können. Hinsichtlich der Besonderheiten meiner Expeditionsreisen und der damit verbundenen Risiken als auch notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, welche trotz aller Sorgfalt nicht immer kalkulierbar sind, verweise ich ausdrücklich auf meine Risikobelehrung.